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Warum Zverevs Slam-Traum platzte

Nur noch ein Sieg bis zum Grand Slam: Packt Zverev endlich Paris – oder platzt sein Traum wieder im allerletzten Moment?

07.06.2026, 04:25 Uhr

Zverev vor dem möglichen Durchbruch in Paris

Alexander Zverev steht nur noch vor einem letzten Schritt auf dem Weg zu seinem ersten Grand-Slam-Sieg. Im Finale der French Open am Sonntag (15.00 Uhr/Eurosport/Nitro) trifft der deutsche Topspieler auf den Italiener Flavio Cobolli und geht dabei als Favorit in die Partie. Allerdings war Zverev bei den größten Turnieren der Welt bereits mehrfach ganz nah dran – und musste am Ende doch enttäuscht den Platz verlassen.

US Open 2020: Der verpasste Premieren-Titel

Vielleicht hätte Zverevs Laufbahn einen anderen Verlauf genommen, wenn er in New York seine erste große Gelegenheit genutzt hätte. Mit 23 Jahren bot sich ihm eine besondere Chance: Roger Federer und Rafael Nadal fehlten, Novak Djokovic schied im Achtelfinale nach seiner Disqualifikation aus, nachdem er im Ärger einen Ball weggeschlagen und damit eine Linienrichterin getroffen hatte.

Nach 13 Grand-Slam-Erfolgen in Serie für Federer, Nadal oder Djokovic war der Weg frei für einen neuen Champion. Zverev sah im Endspiel gegen Dominic Thiem lange wie der Sieger aus, führte bereits mit 2:0 Sätzen. Doch dann drehte der Österreicher auf, während Zverev zunehmend die Nerven verlor. Am Ende fehlten ihm nur zwei Punkte zum Titel. Boris Becker sprach anschließend von zwei Gladiatoren, die alles auf dem Platz gelassen hätten.

French Open 2022: Das bittere Drama gegen Nadal

Im Halbfinale von Paris wartete mit Rafael Nadal die wohl schwierigste Aufgabe überhaupt. Auf dem Court Philippe Chatrier bot Zverev dem Sandplatzspezialisten stark Paroli und hatte nach eigener Aussage das Gefühl, in absoluter Topform zu sein.

Dann kam es zur folgenschweren Szene: Gegen Ende des zweiten Satzes knickte Zverev mit dem rechten Fuß um. Seine Schreie waren im Stadion deutlich zu hören, er musste im Rollstuhl vom Platz gebracht werden. Später kehrte er an Krücken zurück, um sich vom Publikum zu verabschieden. Die Fans riefen seinen Namen, Nadal spendete Beifall. Der Spanier sagte später, es sei schmerzhaft gewesen, Zverev in der Kabine weinen zu sehen. Die schwere Bänderverletzung warf den Deutschen lange zurück.

French Open 2024: Führung reicht gegen Alcaraz nicht

Zwei Jahre nach seiner schweren Verletzung kämpfte sich Zverev wieder bis ins Endspiel der French Open. Dort traf er auf Carlos Alcaraz, der trotz seines jüngeren Alters bereits zwei Grand-Slam-Titel gewonnen hatte.

Auch in diesem Finale sah es phasenweise gut für den Deutschen aus: Zverev lag mit 2:1 Sätzen vorne. Dennoch reichte es nicht zum Titel. Alcaraz drehte die Partie und holte in Paris seinen dritten Grand-Slam-Erfolg. Hinzu kam für Zverev noch Pech bei einer strittigen Schiedsrichterentscheidung im fünften Satz. Bei der Siegerehrung wandte er sich an sein Team und äußerte die Hoffnung, eines Tages gemeinsam diese Trophäe in den Händen zu halten.

Australian Open 2025: Sinner ist eine Nummer zu groß

Auch in Melbourne blieb Zverev der ganz große Triumph verwehrt. Im Finale gegen Jannik Sinner hatte er kaum eine Chance und verlor glatt in drei Sätzen. Die Deutlichkeit der Niederlage setzte ihm sichtbar zu.

Zverev räumte danach offen ein, dass der Italiener an diesem Tag einfach besser gewesen sei. Man könne sich vieles schönreden, sagte er, aber die Realität sei, dass Sinner zu stark gewesen sei. Danach folgten sieben weitere Niederlagen gegen den Südtiroler, der bei den French Open diesmal allerdings früh ausschied.

Australian Open 2026: Wieder scheitert Zverev knapp

Zu Beginn des Jahres bot sich Zverev in Melbourne die nächste große Möglichkeit. Im Halbfinale gegen Carlos Alcaraz lag ein Erfolg in Reichweite, doch eine entscheidende Phase kippte das Match: Den zweiten Satz gab Zverev trotz einer 5:2-Führung noch ab.

Das erwies sich als besonders bitter, weil Alcaraz im dritten Durchgang körperlich stark angeschlagen war und zeitweise kaum noch richtig laufen konnte. Zverev erklärte später, der verlorene zweite Satz habe möglicherweise den Unterschied gemacht. Trotzdem schleppte sich der Spanier in den fünften Satz. Dort servierte Zverev beim Stand von 5:3 sogar zum Matchgewinn – doch erneut reichte es nicht. Alcaraz setzte sich noch durch und gewann wenig später auch das Finale gegen Novak Djokovic. Bei den aktuellen French Open fehlt der Spanier verletzt.

Nun bietet sich Zverev in Paris die nächste Gelegenheit, endlich den lang ersehnten ersten Grand-Slam-Titel zu holen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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