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Tour-Sturz! Ist Lipowitz‘ Saison jetzt vorbei?

Schock bei der Tour: Nach dem Schlüsselbeinbruch droht dem deutschen Radstar das bittere Saison-Aus. Was jetzt noch möglich ist

22.07.2026, 05:21 Uhr

Beim Red-Bull-Team war die Stimmung rund um das Teamhotel Campanile Findrol Savoie Leman trotz des sportlichen Erfolgs gedrückt. Zwar sorgte Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel mit seinem zweiten Etappensieg in Serie für einen Höhepunkt, doch der schwere Sturz des deutschen Hoffnungsträgers Florian Lipowitz überschattete alles.

„Wir verlieren ihn nicht nur im Rennen um das Podium, sondern auch menschlich im Teamalltag. Natürlich haben wir heute gewonnen, aber von echter Euphorie kann keine Rede sein. Es tut mir auch für Remco leid, dass die Stimmung dadurch getrübt ist“, sagte Teamchef Ralph Denk.

Saison für Lipowitz praktisch beendet

Lipowitz befand sich zunächst im Krankenhaus. Der 25-Jährige erlitt bei seinem folgenschweren Sturz im Einzelzeitfahren einen Bruch des Schlüsselbeins und musste die Tour de France aufgeben. Der letztjährige Tour-Dritte stand nach dem Unfall sichtbar unter Schock. Damit dürfte seine Saison nahezu beendet sein.

Nach Einschätzung von Teamchef Denk hatte Lipowitz vor dem Sturz zu viel riskiert. Im Podcast „Inside Red Bull-Bora-Hansgrohe“ sagte der 54-Jährige, sein Fahrer sei vor dem Vorfall in der Kurve „viel zu schnell“ unterwegs gewesen. Lipowitz sei bereits am Limit gefahren. Für Denk war es ein Rennunfall im Eifer des Gefechts: Wenn es um etwas gehe, müsse man auch Risiken eingehen – in diesem Fall aber ein Stück zu viel. Einen anderen Beteiligten sieht er nicht in der Verantwortung.

Der Schwabe war in der Nähe des Genfersees in einer heiklen Rechtskurve gestürzt, die auch Topfavorit Tadej Pogacar stark forderte. Lipowitz hatte zu diesem Zeitpunkt noch gute Aussichten auf eine Podiumsplatzierung.

Es wird mit einer Pause von mindestens sechs Wochen gerechnet. Ein Start bei der Vuelta vom 22. August bis 13. September oder bei der WM in Montreal vom 20. bis 27. September erscheint daher sehr unwahrscheinlich. Möglich wären höchstens noch einige Herbst-Klassiker in Italien, etwa die Lombardei-Rundfahrt am 10. Oktober.

Für den Deutschen endet damit eine Tour de France, die ohnehin nicht nach Wunsch verlief. Diskussionen über die Rollenverteilung an der Spitze des Teams, kleinere Spannungen mit Evenepoel in der ersten Woche und schließlich die enttäuschende Bergetappe zum Plateau de Solaison, auf der er sowohl Tadej Pogacar als auch Evenepoel ziehen lassen musste, machten ihm zu schaffen. Nach seinem steilen Aufstieg in den vergangenen zwei Jahren hat Lipowitz nun einiges zu verarbeiten.

Red Bull setzt nun voll auf Evenepoel

Innerhalb des Teams richtet sich der Fokus jetzt komplett auf Evenepoel. Der Belgier liegt im Gesamtklassement mit 4:32 Minuten Rückstand auf Spitzenreiter Pogacar auf Rang zwei.

„Wir werden das Podium sicher nicht kampflos aufgeben. Es kommen noch schwere Bergetappen, also wird es ein harter Kampf. Aber wir haben mit Remco einen sehr starken Fahrer“, sagte Denk.

Auf die Frage, ob vielleicht sogar noch mehr möglich sei, blieb der Teamchef allerdings realistisch: „Ich habe immer gesagt, man muss bereit sein, falls etwas passiert. Aber im direkten Duell sehe ich derzeit keine Chance.“

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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