Sport

Schon wieder Gold? Varfolomeev verzaubert die Heim-WM

Was für eine Gold-Show! Varfolomeev räumt bei der Heim-WM auch mit Ball und Band ab – und packt noch Bronze drauf.

16.08.2026, 16:33 Uhr

Varfolomeev krönt Heim-WM mit drittem Gold und bedankt sich bei den Fans

Mit der Goldmedaille um den Hals sang Darja Varfolomeev bei der Siegerehrung in der Frankfurter Festhalle voller Leidenschaft die deutsche Nationalhymne mit und genoss die Ovationen des Publikums. Die 19-Jährige setzte bei der Heim-WM in der Rhythmischen Sportgymnastik mit drei Goldmedaillen und einmal Bronze erneut Maßstäbe.

Nach ihrem Titel im Mehrkampf am Freitag gewann die Olympiasiegerin zum Abschluss auch die Finals mit dem Ball und dem Band. Dazu kam Bronze mit dem Reifen. Vor 4.500 Zuschauerinnen und Zuschauern in der ausverkauften Halle wurde Varfolomeev damit zum gefeierten Star der Titelkämpfe in Frankfurt am Main.

"Ich bin sehr glücklich. Ich habe mich heute sehr sicher auf der Fläche gefühlt. Egal mit welchem Gerät: Ich habe immer gewusst, dass ich es schaffen kann", sagte Varfolomeev. An die Fans richtete sie ebenfalls persönliche Worte: "Ich bin dankbar für diese besondere Atmosphäre. Ihr wart immer an meiner Seite und habt mich beflügelt."

Varfolomeev begeistert Publikum und Jury

Für Varfolomeev war es der 14. WM-Titel ihrer Karriere. Insgesamt kommt die in Westsibirien geborene Gymnastin inzwischen auf 17 weitere internationale Medaillen. Die Athletin, die als Zwölfjährige zunächst allein nach Deutschland kam, hat ihrer Sportart hierzulande mit ihren Erfolgen zu deutlich größerer Aufmerksamkeit verholfen.

Auch vor heimischer Kulisse hielt sie dem Druck eindrucksvoll stand. Mit großer Nervenstärke und technisch anspruchsvollen Übungen brachte die Vorzeigeathletin vom TSV Schmiden die Stimmung in der Halle immer wieder zum Kochen. Viele Schwierigkeiten in ihren Programmen wurden vom Publikum lautstark gefeiert.

Auch die Jury überzeugte sie. Im Finale mit dem Band legte Varfolomeev als zweite Starterin 30,500 Punkte vor und behauptete am Ende hauchdünn Platz eins. Die Bulgarin Stiljana Nikolowa kam auf 30,450 Zähler und musste sich knapp geschlagen geben.

Bereits einige Stunden zuvor hatte Varfolomeev im Ball-Finale mit einer fehlerfreien Vorstellung überzeugt. Für ihre Übung erhielt sie 30,350 Punkte und verwies die unter neutraler Flagge startenden Russinnen Sofija Ilterjakowa mit 29,800 und Maria Borisowa mit 29,150 klar auf die weiteren Podestplätze.

Zum Start des Finaltags holte sie zudem Bronze mit dem Reifen. Ihre 30,400 Punkte bedeuteten Rang drei. Auf Gold der Ukrainerin Taisiia Onofriichuk fehlten lediglich 0,3 Punkte. Silber ging an Titelverteidigerin Sofia Raffaeli aus Italien, die 30,500 Punkte erzielte.

Kleiner Makel bei den Keulen

Nur mit den Keulen blieb Varfolomeev ohne Medaille. Wegen eines kleinen Fehlers hatte die Sportlerin des Jahres 2024 in der Qualifikation lediglich Rang neun belegt und damit den Einzug ins Finale knapp verpasst. Dort sicherte sich später Nikolowa den WM-Titel.

Der verpasste Finalplatz blieb jedoch nur ein kleiner Schönheitsfehler in einer ansonsten glänzenden WM. "Natürlich wollte ich in allen vier Gerätefinals dabei sein", hatte Varfolomeev nach dem Missgeschick eingeräumt. Spätestens nach dem starken Schlusstag war dieser Rückschlag aber vergessen.

Deutsche Gruppe geht leer aus

Im Schatten von Varfolomeev blieb die deutsche Gruppe ohne Medaille. Nach Platz vier im Mehrkampf am Samstag konnte das Quintett mit Alisa Datsenko, Anja Kosan, Alina Ott, Helena Ripken und Anna-Maria Shatokhin auch in den Gerätefinals nicht in die Podestplätze vorstoßen.

Mit drei Reifen und zwei Paar Keulen belegte das Team Rang sechs, im Finale mit fünf Bällen wurde es Achte. Gold ging in beiden Entscheidungen an Brasilien. Den Mehrkampf-Titel der Gruppen hatte sich am Vortag Spanien gesichert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen