FC Bayern gewinnt erneut den Supercup – Wolfsburgs Keeperin Johannes erlebt bitteren Abend
Torfrau Stina Johannes vom VfL Wolfsburg gilt als präzise und analytisch, schließlich hat sie Mathematik studiert. Im Supercup gegen den FC Bayern unterliefen der Nationalspielerin jedoch gleich zwei folgenschwere Fehler. Die Münchnerinnen nutzten das konsequent aus und setzten sich mit 3:0 (2:0) durch. Besonders das erste Gegentor traf Johannes nach eigener Aussage hart.
Für die Bayern-Frauen war es der dritte Supercup-Triumph in Serie. Während das Team von Trainer José Barcala im Stadion von Ingolstadt ausgelassen feierte, blieb bei Wolfsburg und den mitgereisten Anhängern vor allem Enttäuschung zurück.
Vor 8.689 Zuschauerinnen und Zuschauern, unter ihnen Bundestrainer Christian Wück, sorgte in der 32. Minute eine ungewöhnliche Szene für Aufsehen. Nach einem Kopfball von Jovana Damnjanovic hatte Johannes den Ball eigentlich sicher, fiel dann aber zu Boden – offenbar hinter die Torlinie.
Zusammenprall mit dem Pfosten bringt Wolfsburg ins Hintertreffen
Johannes schilderte später, sie habe eine heranstürmende Bayern-Spielerin gesehen und deshalb versucht, den Ball festzuhalten statt ihn wegzufausten. Nicht einkalkuliert habe sie, dabei so unglücklich gegen den Pfosten zu prallen. Sie selbst sei in dem Moment nicht davon ausgegangen, dass der Ball die Linie überschritten hatte. Schiedsrichterin Angelika Söder entschied jedoch auf Tor und erhielt durch den Videobeweis Rückendeckung.
Die Wolfsburger Keeperin zeigte sich danach ernüchtert: Entscheidend sei letztlich nur, dass der Treffer zähle. Kurz vor der Pause folgte bereits der nächste Rückschlag. Einen Freistoß von Klara Bühl in der Nachspielzeit der ersten Hälfte unterschätzte Johannes, deren Sicht verdeckt war. Der Ball segelte durch den Strafraum und landete zum 0:2 im Netz.

Bühl trifft doppelt und stellt früh die Weichen
Bühl sagte zum ersten Treffer, die Situation sei auch für die Bayern-Spielerinnen zunächst unübersichtlich gewesen. Umso größer sei die Freude gewesen, als das Tor anerkannt wurde. Beim zweiten Treffer sei dann genau das aufgegangen, was geplant war: ein Ball ohne große Schärfe, der gefährlich hinten herunterfällt.
Direkt nach Wiederbeginn machte die Nationalspielerin mit dem 3:0 alles klar. Damit setzte der deutsche Meister gleich zum Start der neuen Saison ein deutliches Zeichen gegen den Vizemeister.
Bayern setzt ein Ausrufezeichen vor dem Bundesliga-Start
Wolfsburg hielt anfangs noch gut dagegen, vor allem über die starke linke Seite mit Cora Zicai. Trainer Stephan Lerch hatte gefordert, dem Dauerrivalen mutig entgegenzutreten – und das gelang zunächst auch.
Bühl lobte den Auftritt des Gegners in der Anfangsphase und räumte ein, dass Bayern damit durchaus Probleme gehabt habe. In der Schlussphase lief die 25-Jährige sogar kurzzeitig im Sturmzentrum auf. Nach dem Spiel kommentierte sie das mit einem Lachen und zeigte sich selbst überrascht.
Nach der Pause spielte der FC Bayern seine Klasse dann jedoch immer deutlicher aus. Tempo, Wucht und spielerische Qualität gaben den Ausschlag. Bühl äußerte sich nach dem Abpfiff entsprechend selbstbewusst: Wenn die Münchnerinnen ihre Leistung über die gesamte Saison hinweg auf den Platz brächten, seien sie überzeugt, erneut deutscher Meister zu werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber