Schindler verpasst historischen EM-Titel knapp
Martin Schindler rang in Dortmund mehrfach mit den Tränen. Nach dem bislang größten Erfolg seiner Karriere sprach Deutschlands bester Dartprofi mit stockender Stimme über seinen besonderen Lauf. Vor zehn Jahren habe er ohne große Erwartungen mit dem Profi-Darts begonnen, sagte der 30-Jährige. Nun habe er in einem Major-Finale gestanden und alles versucht, um den Titel zu holen. Trotz der Niederlage sei er vor allem glücklich.
Bitteres Ende nach starkem Turnier
Im Endspiel der Europameisterschaft unterlag der Strausberger dem Engländer Ross Smith mit 8:11. Damit blieb Schindler der erste deutsche Triumph bei einem Major-Turnier zwar verwehrt, doch sein Auftritt in der Westfalenhalle war dennoch ein Meilenstein. Sichtlich bewegt bedankte er sich mit tränenerstickter Stimme beim Publikum.
Gerade bei dieser EM hatte Schindler in den vergangenen Jahren viele Enttäuschungen erlebt. Bei seinen ersten fünf Teilnahmen war jeweils in Runde eins Schluss, erst im Vorjahr gelang ihm überhaupt der erste Sieg. Dass er nun nach Erfolgen gegen Topspieler wie Jonny Clayton und Wessel Nijman bis ins Finale vorstoßen würde, kam überraschend.
Lob vom neuen Europameister
Smith, der sich mit seinem zweiten EM-Triumph nach 2022 den Titel sicherte, zollte Schindler nach dem Finale großen Respekt. Der Engländer bezeichnete ihn als herausragenden Spieler und betonte, wie unangenehm es sei, gegen ihn anzutreten. Schindler sei ein echter Kämpfer. Dabei hatte Smith zwischenzeitlich bereits klar mit 8:2 geführt und musste beim Stand von 10:8 doch noch einmal um den Sieg bangen.

Emotionale Tage in Dortmund
Für Schindler waren es bewegende Tage nach einer Saison, die von Rückschlägen geprägt war. Schon nach dem überraschenden 6:5-Erfolg über Mitfavorit Nijman hatte Deutschlands Nummer eins offen über die Belastungen gesprochen und betont, dass auch Profis verletzlich seien und schlechte Phasen hätten.
Nach seinem beeindruckenden Weg bis ins EM-Finale flossen in Dortmund diesmal jedoch vor allem Tränen der Freude.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber