Wirtschaft

Meta muss Nutzern 100 Euro zahlen – das steckt dahinter

Nur Peanuts? Drei Urteile aus München treffen Meta – und könnten für den Facebook-Konzern erst der Anfang sein.

09.10.2026, 16:19 Uhr

OLG München verurteilt Meta nach Facebook-Datenleck zu Entschädigungen

Das Oberlandesgericht München hat den Facebook-Mutterkonzern Meta dazu verpflichtet, zwei Nutzern aus Bayern jeweils 100 Euro Schadenersatz zu zahlen. Zudem muss das Unternehmen für mögliche künftige materielle Schäden haften, die aus dem Datenabfluss noch entstehen könnten. Das bestätigte ein Gerichtssprecher nach den Urteilen in den beiden Berufungsverfahren. Eine Revision zum Bundesgerichtshof ließ der zuständige 36. Zivilsenat nicht zu.

Millionenfach abgegriffene Facebook-Daten

In einem weiteren Verfahren scheiterte Meta mit seiner Berufung gegen ein erstinstanzliches Urteil. Hintergrund aller drei Fälle ist ein groß angelegter Datenabfluss bei Facebook: Zwischen Januar 2018 und September 2019 hatten Unbekannte eine Sicherheitslücke ausgenutzt und persönliche Angaben von mehr als einer halben Milliarde Nutzern weltweit abgeschöpft. 2021 tauchten diese Daten schließlich im Internet auf.

Nach Angaben des Gerichts ging es in den Münchner Verfahren unter anderem um Vornamen, Nachnamen, Telefonnummern, Geschlecht und die Facebook-Nutzerkennung. Laut Informationen auf der Internetseite des Bundesamts für Justiz könnten in Deutschland rund sechs Millionen Menschen betroffen sein. Die Klagen richteten sich gegen die irische Europa-Gesellschaft von Meta.

Weitere rechtliche Risiken für den Konzern

Die zugesprochenen 100 Euro pro Kläger fallen für Meta finanziell kaum ins Gewicht. Das Datenleck könnte für den Konzern jedoch noch deutlich teurer werden. Vor dem Oberlandesgericht Hamburg läuft dazu eine Sammelklage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Meta hält dieses Verfahren für unzulässig; über diese Frage befasst sich derzeit der Europäische Gerichtshof.

Auch in den USA sieht sich Meta seit Jahren mit zahlreichen Entschädigungsforderungen konfrontiert. Im August hatte der Konzern in einem Verfahren wegen angeblicher Social-Media-Sucht bei Kindern einer Zahlung von rund 17 Milliarden Dollar an mehrere Bundesstaaten zugestimmt. Die Behörden warfen Meta vor, Kinder und Jugendliche gezielt abhängig von Facebook gemacht zu haben. Das Unternehmen wies die Anschuldigungen zwar zurück, akzeptierte jedoch die Zahlung sowie weitere Auflagen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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