Der Bochumer Schwergewichtsprofi Agit Kabayel ist vom Weltverband WBC offiziell zum neuen Weltmeister ernannt worden. Damit darf sich der 34-Jährige als erster deutscher Titelträger im Schwergewicht seit Max Schmeling im Jahr 1932 Weltmeister nennen. Der Verband teilte die Entscheidung selbst mit. WBC-Präsident Mauricio Sulaiman gratulierte Kabayel zudem persönlich in einem Videoanruf, den der Verband auf X veröffentlichte.
Auslöser für die Entscheidung war der Verzicht von Oleksandr Usyk. Der Ukrainer hatte zuvor angekündigt, seine Titel im Schwergewicht niederzulegen. Im Profiboxen existieren mehrere konkurrierende Weltverbände, die jeweils eigene Weltmeister führen.
Kabayel zeigte sich überglücklich. Der Bild sagte er: „Ich bin unglaublich stolz darauf, als erster deutscher Weltmeister im Schwergewicht seit Max Schmeling vor 94 Jahren sein Nachfolger zu sein. Ich bin am Ziel meiner Träume angekommen.“ Auch auf Instagram meldete sich Kabayel emotional zu Wort und schrieb mit Blick auf seine kurdischen Wurzeln: „Worte können nicht beschreiben, was ich gerade fühle.“
Kampf gegen Usyk kam nicht zustande
Eigentlich hatte Kabayel auf einen Titelkampf gegen Usyk gehofft. Der Ukrainer hatte zwar erkennen lassen, dass er sich nicht vollständig aus dem Profiboxen zurückziehen wolle, seine weiteren Pläne aber offengelassen. In den vergangenen Monaten hatte Kabayel das Duell immer wieder öffentlich gefordert. Bereits im Februar hatte der WBC den Kampf sogar offiziell angeordnet.
Vor kurzem veröffentlichte Kabayel zudem ein Video, in dem er Usyk direkt ansprach. Dazu schrieb er: „Der WBC will diesen Kampf sehen. Die Fans wollen ihn auch. Und du hast im Ring zugestimmt. Also, Usyk: Lass es uns angehen.“ Zum erhofften WM-Duell kam es letztlich aber nicht mehr.
Vom Interims-Champion zum regulären Weltmeister
Zuletzt hielt Kabayel den WBC-Interimstitel. Im Januar verteidigte er seinen Gürtel in Oberhausen erfolgreich gegen den Polen Damian Knyba. Im Gespräch mit ntv hatte Kabayel zuletzt noch erklärt, ein Kampf gegen Usyk wäre sportlich besonders reizvoll gewesen. Zugleich äußerte er die Vermutung, dass Usyk mit 39 Jahren die große sportliche Herausforderung womöglich nicht mehr in gleichem Maß suche.
Usyk war es zuvor gelungen, mehrere Schwergewichts-Titel der großen Verbände gleichzeitig zu vereinen. Im vergangenen November legte er bereits den Gürtel der WBO nieder. Zu den weiteren bedeutenden Organisationen im Profiboxen zählen außerdem die WBA und die IBF.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber