Sport

IOC kippt überraschend Belarus-Bann im Sport

IOC sorgt für Paukenschlag: Belarus darf trotz Ukraine-Krieg wieder unter eigener Flagge starten – auch Sabalenka profitiert.

07.05.2026, 15:57 Uhr

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Sanktionen gegen Sportlerinnen und Sportler aus Belarus aufgehoben. Künftig dürfen sie bei internationalen Wettbewerben wieder unter der eigenen Nationalflagge und mit ihrer Hymne antreten. Das gilt auch für Teamwettbewerbe, wie die IOC-Spitze nach Beratungen in Lausanne mitteilte. Für Russland bleiben die Einschränkungen dagegen bestehen.

Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als vier Jahren hatte das IOC Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus mit Sanktionen belegt. Belarus gilt als Unterstützer Russlands in dem Krieg. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris sowie bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo in diesem Jahr waren deshalb nur Einzelsportler beider Länder als neutrale Teilnehmer zugelassen.

Das Außenministerium in Belarus wertete die Entscheidung des IOC nun als gesetzmäßiges Ergebnis.

Russlands NOK weiter suspendiert

Von dieser bisherigen Linie weicht das IOC nun im Fall von Belarus ab. Zur Begründung erklärte die Organisation, die Teilnahme von Sportlerinnen und Sportlern an internationalen Wettkämpfen solle nicht durch das Verhalten ihrer Regierungen eingeschränkt werden – auch nicht im Zusammenhang mit Kriegen oder Konflikten. Außerdem wollte das IOC vor dem Start der Qualifikationswettkämpfe für die Sommerspiele 2028 in Los Angeles Klarheit schaffen. Davon dürfte unter anderem auch Tennisspielerin Aryna Sabalenka profitieren, die auf der WTA-Tour wieder unter belarussischer Flagge antreten kann.

Für Russland gelten die Sanktionen weiterhin. Das IOC verwies darauf, dass das Nationale Olympische Komitee Russlands wegen Verstößen gegen die Olympische Charta nach wie vor suspendiert ist. Hinzu komme, dass das IOC jüngste Informationen mit Sorge zur Kenntnis nehme, die dazu geführt hätten, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) das russische Anti-Doping-System untersucht. Das IOC erklärte daher, sich zunächst ein genaueres Bild von der aktuellen Lage verschaffen zu wollen.

Russland begrüßte die Entscheidung zugunsten von Belarus. Sportminister Michail Degtjarjow schrieb bei Telegram, er hoffe, dies sei der Auftakt für eine ähnliche Entscheidung auch mit Blick auf die russische olympische Bewegung. Zugleich zeigte er sich enttäuscht darüber, dass die Rechtskommission des IOC im Fall des russischen Olympischen Komitees noch kein Urteil gefällt und die Entscheidung erneut vertagt habe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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