Antonio Rüdiger hat gut zwei Monate nach dem frühen Aus bei der Weltmeisterschaft in den USA seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft erklärt. Der 33 Jahre alte Innenverteidiger von Real Madrid gehört damit nicht mehr zum personellen Neustart der DFB-Auswahl.
In den sozialen Medien schrieb Rüdiger, nach einer Phase des Nachdenkens sei für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen, seine Länderspiel-Karriere zu beenden und der jungen Generation den Weg freizumachen. Zugleich betonte er, dass die Jahre im Nationalteam für ihn trotz ausgebliebener großer Titel und schmerzhafter Niederlagen ein ganz besonderes Kapitel gewesen seien.
Rüdiger bedankte sich außerdem bei den früheren Bundestrainern Joachim Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann sowie bei Horst Hrubesch, der ihn bereits in den U-Nationalmannschaften gefördert hatte.
Der Abwehrspieler lief seit 2014 insgesamt 86 Mal für Deutschland auf. Er gehörte bei drei Weltmeisterschaften und zwei Europameisterschaften zum Kader. Seinen einzigen Titel mit dem DFB gewann er 2017 beim Confederations Cup in Russland.
Sein Debüt im Nationalteam gab Rüdiger im Mai 2014 bei einem Testspiel gegen Polen. Für den WM-Kader in Brasilien wurde er damals noch nicht nominiert. Auch seine erste EM-Teilnahme platzte zunächst, weil er sich vor dem Turnier 2016 im Trainingslager einen Kreuzbandriss zuzog.
Bei der WM 2018 kam er nur beim 2:1 gegen Schweden zum Einsatz. Vier Jahre später in Katar konnte er als Stammspieler das erneute frühe Ausscheiden nicht verhindern. Über viele Jahre war der gebürtige Berliner dennoch eine feste Größe in der deutschen Defensive.
Nach einer Verletzung im Herbst 2025 verlor Rüdiger unter dem damaligen Bundestrainer Nagelsmann zunächst seinen Stammplatz. Bei der WM in den USA rückte er nach der Knöchelverletzung von Nico Schlotterbeck im zweiten Spiel gegen die Elfenbeinküste wieder in die Mannschaft. Das Aus in der Zwischenrunde gegen Paraguay nach Elfmeterschießen konnte aber auch er nicht mehr verhindern.
Bemerkenswert war dabei, dass Rüdiger seine Reservistenrolle zuvor ohne öffentliche Klagen angenommen und seine Konkurrenten sogar ausdrücklich gelobt hatte. Nach dem WM-Aus stellte er sich zudem schützend vor Nagelsmann.
Auch abseits des Sportlichen war Rüdigers Rolle im DFB-Team nicht unumstritten. Nach seinem Ausraster im spanischen Pokalfinale 2025, bei dem er von der Bank aus einen Gegenstand in Richtung Schiedsrichter geworfen hatte, war er auch von DFB-Sportdirektor Rudi Völler deutlich ermahnt worden.
Die Nationalmannschaft startet unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp am 24. September mit dem Nations-League-Spiel in den Niederlanden in die nächste Phase. Innerhalb von zehn Tagen folgen anschließend weitere Partien gegen Griechenland, Serbien und erneut Griechenland.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber