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Drama pur: Volleyballerinnen stürmen ins EM-Viertelfinale

Erst schwach, dann dramatisch: Deutschlands Volleyballerinnen wackeln, vergeben Matchbälle – und jubeln doch im Tie-Break.

01.09.2026, 17:44 Uhr

Deutsche Volleyballerinnen nach Krimi gegen Belgien im EM-Viertelfinale gegen die Türkei

Die deutschen Volleyballerinnen haben bei der Europameisterschaft ihr Minimalziel erreicht. Im Achtelfinale setzte sich das Team des Deutschen Volleyball-Verbandes in Istanbul in einem packenden Fünf-Satz-Spiel mit 3:2 gegen Belgien durch (20:25, 25:21, 25:20, 25:27, 15:8). Beste Punktesammlerin der Mannschaft von Bundestrainer Giulio Bregoli war die erst 19-jährige Leana Grozer mit 28 Zählern.

„Es war ein verrücktes Spiel mit vielen Höhen und Tiefen für uns. Aber es war wichtig, dass wir kämpfen und an uns glauben. Das haben wir getan“, sagte Grozer nach der Partie. Die Tochter von Ausnahmespieler Georg Grozer verwandelte auch den Matchball.

Damit steht die deutsche Auswahl erstmals seit 2019 wieder in einem EM-Viertelfinale. Dort wartet nun Gastgeber und Titelverteidiger Türkei auf das DVV-Team. Schon in der Vorrunde hatte Deutschland gegen den Favoriten gespielt und bei der 1:3-Niederlage eine starke Leistung gezeigt.

Duell auf Augenhöhe

Belgien war etwas überraschend als Gruppensieger in die K.o.-Runde eingezogen und hatte zuvor alle Vorrundenspiele gewonnen. Deutschland hatte in der starken Gruppe A mit nur zwei Siegen aus fünf Partien dagegen die Erwartungen verfehlt. Obwohl das DVV-Team in der Nations League zuletzt noch klar mit 3:0 gegen Belgien gewonnen hatte, wurde ein enges Spiel erwartet.

Bregoli setzte auf der Diagonalposition erneut auf Emilia Weske. Die deutsche Mannschaft fand jedoch schlecht in die Begegnung. Schon beim frühen 1:5 sah sich der Coach zu einer schnellen Auszeit gezwungen. Belgien blieb vor allem in der Defensive aufmerksam und überzeugte mit mehreren starken Rettungsaktionen.

Deutschland steigert sich im Angriff

Nach einem Punkt von Lara Nagels lag Belgien zwischenzeitlich mit 9:4 vorn. Deutschland kämpfte sich unter anderem mit einem Ass von Kapitänin Camilla Weitzel und einem Block von Anastasia Cekulaev wieder bis auf einen Zähler heran, musste den ersten Satz aber dennoch abgeben.

Im zweiten Durchgang setzte Leana Grozer früh wichtige Akzente. Belgien schloss zwar noch einmal zum 19:19 auf, doch Weitzel und Lina Alsmeier sorgten in der Schlussphase für die entscheidenden Punkte zum Satzausgleich. Überschattet wurde der Satz von der Verletzung der Belgierin Liese Verhelst, die das Feld getragen verlassen musste.

Grozer überragt und führt Deutschland zum Sieg

Auch danach blieb die Partie hart umkämpft. Alsmeier verschaffte Deutschland mit cleveren Angriffen und druckvollen Aktionen einen kleinen Vorteil, während Belgien durch Britt Herbots und Tea Radovic immer wieder dranblieb. Vor allem der deutsche Aufschlag gewann nun an Wirkung. Eine starke Serie von Alsmeier brachte der DVV-Auswahl schließlich die 2:1-Satzführung.

Im vierten Satz hatte Deutschland zunächst die Kontrolle, verlor dann aber den Rhythmus. Beim Stand von 9:14 profitierte Belgien bei einem Ass von Herbots sogar von der Netzkante. Angeführt von einer überragenden Grozer arbeitete sich Deutschland noch einmal zurück, ließ jedoch zwei Matchbälle ungenutzt.

Im entscheidenden Tie-Break blieb es lange völlig ausgeglichen. Ein Ass von Monique Strubbe brachte Deutschland knapp nach vorn, weitere druckvolle Aufschläge der 25-Jährigen sorgten dann für das entscheidende Polster. Den Schlusspunkt setzte Grozer, die den Matchball zum Viertelfinaleinzug verwandelte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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