Zverev startet souverän in Paris – und erzählt offen von Dackel Mishka
Alexander Zverev wirkte nach seinem gelungenen Auftakt bei den French Open gelöst und gesprächig. Dabei berichtete der deutsche Tennisprofi ausführlich von einem Unfall seines Dackels Mishka bei einem Golf-Ausflug. Der damals erst acht Monate alte Hund zog sich nach Zverevs Schilderung vier Knochenbrüche sowie Verletzungen an beiden Hüften zu, nachdem er nicht im Golfcart geblieben war. Über Mishka sagte Zverev mit einem Augenzwinkern, der Hund sei eben noch jung und habe die Situation nicht verstanden.
Inzwischen hat sich Mishka von dem Vorfall gut erholt. Zverev, der nach eigenen Worten sehr an dem Dackel hängt, hat ihn auch mit nach Paris genommen. Das steigert seinen Wohlfühlfaktor ebenso wie die aktuelle Hitzewelle in der französischen Hauptstadt und der erfolgreiche erste Schritt auf dem Weg zu dem lange ersehnten Grand-Slam-Titel.
Zverev sieht bei Sinner noch den entscheidenden Unterschied
Den 6:3, 6:4, 6:2-Erfolg gegen den Franzosen Benjamin Bonzi wollte Zverev trotzdem nicht überhöhen. Für ihn zählte vor allem, solide in das Turnier zu starten. Viel komplizierter müsse man die Sache nicht machen.
Bei seinem inzwischen 41. Grand-Slam-Anlauf hofft der Hamburger auf den ganz großen Wurf. Wenn er den Titel holen will, dürfte am Ende wohl ein Sieg gegen Jannik Sinner nötig sein. Der Italiener gilt derzeit als nahezu unschlagbar.
Auf die Frage, was ihm im Vergleich zur absoluten Spitze noch fehle, nannte Zverev vor allem die Fähigkeit, genau in den entscheidenden Momenten das beste Tennis abzurufen. Darin sieht er Sinners größte Stärke: wichtige Asse, präzise Winner und Top-Schläge genau dann, wenn sie benötigt werden.
Becker lobt Zverevs Entwicklung
Trotz zuletzt neun Niederlagen in Serie gegen Sinner gilt Zverev weiterhin als einer der aussichtsreichsten Herausforderer des Weltranglistenersten. Da der verletzte Carlos Alcaraz nicht dabei ist, könnte es zu einem direkten Duell mit Sinner erst in einem möglichen Finale kommen.
Um den Abstand zu Spielern wie Sinner oder Alcaraz zu verkleinern, hat Zverev einige Anpassungen in seinem Spiel vorgenommen. Auch gegen Bonzi stand er beim Return auf den zweiten Aufschlag näher an der Grundlinie und setzte immer wieder Stopps ein. Boris Becker lobte diese größere Variabilität bei Eurosport ausdrücklich und sprach von einem sehr gefährlichen, inzwischen richtig starken Spiel.
Nächster Gegner: Tomas Machac
In der nächsten Runde wartet voraussichtlich Tomas Machac. Zverev erwartet gegen den Tschechen eine anspruchsvolle Aufgabe. Wenn Machac gut in Form sei, könne er auf sehr hohem Niveau spielen. Trotzdem wolle er auf die eigene Qualität vertrauen.
Wichtig ist für Zverev auch die körperliche Verfassung. Zuletzt hatten ihn wieder Rückenprobleme beschäftigt, weshalb er auf einen Start beim Turnier in Hamburg verzichten musste. Nach Behandlungen bei Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt fühle er sich nun aber beschwerdefrei.
Die Hitze in Paris könnte Zverev helfen
Die aktuellen Bedingungen in Paris mit viel Sonne und Temperaturen um die 30 Grad kommen Zverev entgegen. Durch die Hitze springt der Ball höher ab, was dem fast zwei Meter großen Deutschen bei den Grundschlägen zugutekommt. Auch sein Aufschlag profitiert davon.
Bei Sinner dagegen wurden bei großer Hitze schon häufiger körperliche Probleme sichtbar. Boris Becker merkte dazu an, dass gerade hohe Temperaturen für den Italiener ein besonderer Belastungsfaktor seien. Darin könnte für Zverev eine zusätzliche Chance liegen.
Korpatsch und Lys ebenfalls weiter
Auch bei den Frauen lief es aus deutscher Sicht erfolgreich. Tamara Korpatsch setzte sich gegen die Spanierin Sara Sorribes Tormo mit 6:4, 6:2 durch und trifft nun auf die Chinesin Wang Xinyu.
Ebenfalls weiter ist Eva Lys. Die Hamburgerin gewann gegen die Kroatin Petra Marcinko klar mit 6:3, 6:0 und bekommt es in der nächsten Runde mit der Rumänin Sorana Cirstea zu tun.
Auffällig war bei Korpatschs Match, dass sie mit Sonnenbrille spielte. Sie erklärte danach, dass sie den Ball so besser erkenne und sehr empfindlich auf helles Licht reagiere.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion