Der bittere Abschluss entsprach zwar nicht den Vorstellungen des VfB Stuttgart, soll nach Ansicht der Verantwortlichen aber nicht das Gesamtbild einer starken Saison prägen. Das 0:3 im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München sei nur ein schmerzhaftes Einzelkapitel, erklärte Trainer Sebastian Hoeneß. Eine klassische Schulnote wollte er für die Spielzeit nicht vergeben. Klar sei für ihn aber: Die Mannschaft könne sich mit erhobenem Haupt aus der Saison verabschieden.
Auch Vorstandschef Alexander Wehrle und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth ziehen insgesamt ein positives Fazit. Die Schwaben standen zum zweiten Mal nacheinander im Endspiel in Berlin, hatten es diesmal jedoch mit einem deutlich überlegenen Gegner zu tun. In der Bundesliga sicherte sich der VfB zudem das Ticket für die kommende Champions-League-Saison. Auch international hinterließ das Team einen ordentlichen Eindruck, ehe im Achtelfinale der Europa League gegen den FC Porto Schluss war.
Nationalspieler Deniz Undav bewertet die Saison ebenfalls als Erfolg. Nach seiner Einschätzung hat der VfB die Erwartungen übertroffen. Nun richtet sich der Blick bereits auf die nächste Spielzeit – und auf die offene Zukunft des Stürmers.
Gelingt die schnelle Verlängerung mit Undav?
Die Stuttgarter würden den Vertrag mit ihrem Leistungsträger gern möglichst bald ausdehnen – idealerweise noch vor dessen Abreise zur Nationalmannschaft. Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht. Undav kündigte an, ab Mittwoch unterwegs zu sein. Bis dahin werde man sehen, was noch passiere. Zuletzt hatte er bereits angedeutet, dass beide Seiten womöglich nur noch Kleinigkeiten voneinander trennen.
Sein aktueller Vertrag läuft bis 2027. Für eine vorzeitige Einigung müsste der VfB finanziell wohl noch einmal nachlegen. Sollte keine Verlängerung zustande kommen, könnte dem Club im kommenden Jahr ein ablösefreier Verlust seines Torjägers drohen.
Wohlgemuth warb nach dem Finale dennoch um Besonnenheit. Entscheidend sei, nicht sofort wieder nur nach vorn zu stürmen. Natürlich werde die Sommerpause arbeitsreich, weil Transfers anstünden und der Kader verstärkt werden solle. Gleichzeitig müsse der Verein sportlich wie wirtschaftlich mit langfristigem Blick handeln.
Prömel kommt – auch Funk kehrt nach Stuttgart zurück
Einen ersten Neuzugang hat der VfB bereits präsentiert: Grischa Prömel wechselt ablösefrei von der TSG Hoffenheim nach Stuttgart und unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029.
Inzwischen wurde auch der Transfer von Marius Funk bekanntgegeben. Der 30 Jahre alte Torhüter kommt von Energie Cottbus, mit dem er kürzlich in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist, und kehrt damit zu seinem Jugendverein zurück.
Offene Torwartfrage bleibt spannend
Mit der Verpflichtung von Funk gewinnt auch die Diskussion um die Besetzung im Tor weiter an Brisanz. Der bisherige Stammkeeper Alexander Nübel, dessen Leihe endet, wurde von den Fans mit Sprechchören verabschiedet und auch von Hoeneß ausdrücklich gewürdigt.
Zuletzt hatte vieles darauf hingedeutet, dass der VfB den 20 Jahre alten Dennis Seimen im Sommer vom SC Paderborn zurückholt und zur neuen Nummer eins aufbaut. Endgültig festgelegt scheint sich der Club auf dieses Modell jedoch noch nicht zu haben. Auch eine weitere Zusammenarbeit mit Nübel bleibt offenbar möglich.
Nach Angaben von Wohlgemuth hängt das allerdings stark von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Zunächst wolle man nun alle Einflussfaktoren für die neue Saison zusammentragen und bewerten. Sollte Nübel nach drei Jahren doch dauerhaft in Stuttgart bleiben, müsste er wohl deutliche Abstriche beim Gehalt machen. Funk ist nach aktuellem Stand zunächst als Ergänzung eingeplant.
Auch Hoeneß soll langfristig bleiben
Neben dem Kader bleibt auch die Zukunft von Sebastian Hoeneß ein wichtiges Thema. Sein Vertrag läuft derzeit bis 2028. Nach dem Willen von Wehrle soll die Zusammenarbeit aber möglichst bald über diesen Zeitpunkt hinaus verlängert werden.
Bereits vor dem Finale hatte der Vorstandschef erklärt, dass er davon ausgehe, sich zu Beginn des kommenden Jahres mit Hoeneß zusammenzusetzen, um über eine weitere Verlängerung zu sprechen. Der Trainer wisse genau, dass er in Stuttgart ein Umfeld habe, in dem sich nachhaltig etwas aufbauen lasse.
Die sportliche Entwicklung des VfB und die Perspektive des Clubs sprechen weiter für den eingeschlagenen Weg. Auch wenn der letzte Eindruck in Berlin schmerzte, wird nun umso wichtiger sein, wie überzeugend der erste Eindruck der neuen Saison ausfällt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion