Fußball

Kompanys Triple-Coup mit Kane – Eberl unter Druck

Kompanys geheime Urlaubs-Botschaft, Kane im Hattrick-Rausch - und trotzdem brodelt es beim 14. Bayern-Double.

25.05.2026, 11:29 Uhr

Bayern denkt schon an den nächsten Schritt

Meistertitel 2025, Double 2026 – und 2027 vielleicht sogar das Triple? Beim FC Bayern richtet sich der Blick nach dem 3:0 im DFB-Pokalfinale gegen den entthronten Titelverteidiger VfB Stuttgart bereits wieder nach vorn. Trainer Vincent Kompany genoss zwar die Berliner Partynacht, nahm nach fast zwei Jahren im Dauer-Power-Modus aber schon die nächste Entwicklungsstufe seiner Mannschaft ins Visier.

Der Belgier kündigte an, dass ihn der Fußball auch im Urlaub nicht loslassen werde. In den kommenden zwölf bis 24 Monaten müsse analysiert werden, was nötig sei, damit das Team den nächsten Schritt machen könne. Diesen Weg soll Kompany gemeinsam mit Sportvorstand Max Eberl angehen – falls der Aufsichtsrat um Uli Hoeneß die zuletzt offen geäußerten Zweifel an Eberl verwirft. Dessen Vertrag läuft noch bis Mitte 2027, eine Verlängerung hat Hoeneß zuletzt öffentlich hinterfragt.

Klar ist: Der nächste sportliche Entwicklungsschritt kann für den nationalen Dominator eigentlich nur der Gewinn der Champions League sein. In Kompanys zweiter Saison war Bayern dem internationalen Triumph als Halbfinalist bereits sehr nahe gekommen.

Starke Saison – nur das ganz große internationale Ausrufezeichen fehlte

Leon Goretzka brachte die Gefühlslage nach dem Pokalsieg auf den Punkt. Innerhalb der Mannschaft sei im Laufe der Saison bei vielen das Gefühl entstanden, dass sogar der ganz große Wurf möglich gewesen wäre. Für den Nationalspieler endete seine achtjährige Bayern-Zeit im Berliner Olympiastadion mit einem weiteren Höhepunkt.

Der 21. Pokalsieg im 25. Endspiel setzte den Schlusspunkt unter eine herausragende Saison, der letztlich nur das Champions-League-Sternchen zur absoluten Bestnote fehlte. Das 14. Double der Vereinsgeschichte wurde dennoch ausgelassen gefeiert. Im Mittelpunkt stand einmal mehr Harry Kane, der mit einem Hattrick zum Matchwinner wurde und sich den Champagner später sogar aus dem riesigen DFB-Pokal in den Mund gießen ließ.

Kane überragt alles

Rund um den Verein herrschte große Begeisterung über den englischen Torjäger. Uli Hoeneß adelte den 100-Millionen-Euro-Stürmer sogar als den besten Transfer, den der Klub je gemacht habe. Gegen lange Zeit mutige und kompakte Stuttgarter entschied Kane das Finale nahezu im Alleingang – per Kopf, mit einem Flachschuss und vom Elfmeterpunkt.

Für Kane selbst war das Endspiel in Berlin ein besonderer Moment. Er sprach von einer der schönsten Nächte seiner Karriere. Im Alter jenseits der 30 krönt sich der Engländer in München nun endgültig zu einem Spieler, der nicht nur Tore schießt, sondern auch Titel und große Finals gewinnt.

"Die beste Saison meiner Karriere"

Nach 61 Treffern in 51 Pflichtspielen fand Kane selbst große Worte für seine persönliche Bilanz. Es sei die beste Saison seiner Karriere gewesen, sagte der Angreifer. Kompany lobte dabei nicht nur dessen Abschlussstärke, sondern vor allem die totale Hingabe an die Mannschaft. Kane sei viel mehr als ein klassischer Torjäger – ein kompletter Spieler und absoluter Führungsspieler.

Auch im vierten Saisonduell mit Stuttgart wurde Kane wieder zum personifizierten VfB-Alptraum. Acht der 14 Bayern-Tore gegen die Schwaben in dieser Spielzeit gehen auf sein Konto. In jedem der vier Aufeinandertreffen traf der Engländer mindestens einmal.

Selbst der Gegner zollt Respekt

Sebastian Hoeneß sparte nach dem Finale nicht mit Anerkennung. Der Stuttgarter Trainer nannte Kanes Gesamtpaket Weltklasse und absolute Weltspitze. Es sei kaum zu glauben, was dieser Spieler leiste – und erneut habe er gegen den VfB einen außergewöhnlichen Tag erwischt.

Seit seinem Wechsel nach München wurde Kane in allen drei Bundesliga-Spielzeiten Torschützenkönig. Sein Vertrag läuft noch ein weiteres Jahr, soll aber möglichst bald verlängert werden. Kane zeigte sich dafür offen und schwärmte von einem fantastischen Kader, den er aktuell zu den besten Europas zählt. Uli Hoeneß erklärte den derzeit wohl besten Neuner der Welt zudem für unverkäuflich und betonte, Bayern sei ein Käuferverein, kein Verkäuferverein.

Eberl zwischen Double-Erfolg und kritischen Stimmen

Damit kommt auf Max Eberl im Sommer eine zentrale Personalfrage zu. Der Sportvorstand soll die Zukunft des Topstürmers regeln – obwohl er selbst trotz seines großen Anteils am sportlichen Aufschwung weiter kritisch beäugt wird.

Ausgerechnet am Tag des Pokalfinales hatte Uli Hoeneß in einem Interview erklärt, die Tendenz bei einer möglichen Vertragsverlängerung mit Eberl liege bei 60 zu 40. Neben Lob für den 52-Jährigen formulierte er aber auch einen klaren Vorbehalt: Es gebe noch Zweifel. Diese Aussage sorgte rund um das Endspiel für zusätzliche Unruhe.

Eberl reagierte sichtbar irritiert, blieb jedoch kämpferisch. Nach bald zweieinhalb Jahren als Manager in München habe er sich ein dickes Fell zugelegt, sagte er. Aufgeben wolle er keinesfalls. Er mache seine Arbeit mit sehr viel Herzblut und Freude – und wenn man ihn lasse, sei er bereit, diesen Weg weiterzugehen.

Verdienste – aber auch Diskussionen um Kosten

Unter Eberls Verantwortung wurde Vincent Kompany als Trainer verpflichtet. Auch die Transfers von Michael Olise, Luis Díaz und Nationalverteidiger Jonathan Tah fallen in seine Amtszeit. Gleichzeitig gibt es in der Vereinsführung kritische Stimmen wegen der enormen Gehälter im Kader.

Eberl verteidigte den eingeschlagenen Kurs mit dem Hinweis, dass sportlicher Erfolg, zwei Titel, ein Torrekord in der Liga und große Abende in der Champions League ihren Preis hätten. Rückendeckung bekam er dabei auch von Harry Kane. Der Torjäger brachte seine Meinung knapp auf den Punkt: Max ist großartig.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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