Fürth setzt im Relegations-Rückspiel auf Druckresistenz und Heimstärke
Die SpVgg Greuther Fürth geht mit großer Vorfreude in das entscheidende Relegations-Rückspiel gegen Rot-Weiss Essen. Trainer Heiko Vogel betonte vor der Partie am Dienstagabend um 20.30 Uhr im heimischen, mit mehr als 16.000 Fans ausverkauften Stadion, seine Mannschaft könne mit Druck umgehen.
Nach dem 0:1 im Hinspiel beim Drittligisten steht das Kleeblatt unter Zugzwang. Vogel verwies jedoch darauf, dass seine Elf mit solchen Situationen vertraut sei. Schon am letzten Zweitliga-Spieltag habe Fürth unter höchstem Druck liefern müssen und sich mit einem 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf überhaupt erst in die Relegation gerettet. Nun gelte erneut: Fürth müsse All-in gehen.
Sorgen um die Nerven seiner Mannschaft macht sich der Coach nicht. Eine gewisse Anspannung und Nervosität vor einem solchen Spiel seien aus seiner Sicht normal und sogar notwendig, um hochkonzentriert zu sein. Zugleich verspüre er nach eigenen Worten "unglaublich viel Freude" vor dem Anpfiff und habe aus dem Umfeld viel Zuspruch und Zuversicht mitgenommen.
Fürth gehört seit der Saison 1997/98 ununterbrochen mindestens der 2. Bundesliga an und führt die ewige Tabelle der Liga deutlich an. Entsprechend groß ist die Bedeutung des Rückspiels, denn bei einem Scheitern droht der Absturz in die 3. Liga. An der Ausgangslage bleibt festzuhalten: Gewinnt Fürth mit einem Tor Vorsprung, geht die Begegnung in die Verlängerung, möglicherweise auch ins Elfmeterschießen.
Allerdings spricht ein Teil der Relegations-Statistik eher für den Herausforderer: In 12 von 17 Fällen setzte sich zuletzt der unterklassige Verein durch. Davon will sich Fürth aber nicht beeindrucken lassen. Vor heimischem Publikum soll der Klassenverbleib gelingen.
Ein wichtiger Faktor könnte Noel Futkeu werden. Der Angreifer wurde mit 19 Treffern Torschützenkönig der 2. Bundesliga und will sich vor seiner Rückkehr zu Eintracht Frankfurt mit einem Erfolg verabschieden. Im Hinspiel tat sich Futkeu trotz kontrollierter Fürther Leistung schwer, nachdem Essen durch einen direkt verwandelten Freistoß von Torben Müsel den entscheidenden Treffer erzielt hatte.
Vogel erklärte, im ersten Duell sei für Futkeu zeitweise wichtiger gewesen, nicht aus dem Spiel genommen zu werden und sich trotz einiger Provokationen keine fünfte Gelbe Karte einzuhandeln. Im Rückspiel könne der Stürmer nun befreiter aufspielen. Essen sieht in ihm trotzdem erneut eine Schlüsselfigur. RWE-Trainer Uwe Koschinat verwies darauf, dass Futkeu sich stark entwickelt habe, seine große Verantwortung aber auch zur Belastung werden könne.
Der gebürtige Essener selbst zeigt sich überzeugt: "Wir werden das Ding zu Hause ziehen." Auch Branimir Hrgota, Fürths Rekordtorschütze und langjähriger Kapitän, der den Verein nach sieben Jahren verlassen wird, glaubt weiter fest an ein gutes Ende. Für ihn ist klar: Noch sei nichts entschieden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion