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Historisch! Djokovic ringt sich zum Wimbledon-Rekord

Djokovic trotzt dem Next-Gen-Star in einem Wimbledon-Krimi. Der Traum vom 25. Major lebt – jetzt wartet Sinner.

08.07.2026, 12:54 Uhr

Djokovic nach Wimbledon-Marathon im Halbfinale

Novak Djokovic legte nach seinem Kraftakt sogar noch ein paar Tanzschritte aufs Parkett und grinste dabei. Selbst nach dem längsten Viertelfinale der Wimbledon-Geschichte reichte die Energie dafür noch. Nach 5:15 Stunden hochklassigem und nervenaufreibendem Tennis auf dem Centre Court setzte sich der 39 Jahre alte Serbe durch.

Ob ihn solche Leistungen in seinem Alter noch selbst überraschen? Djokovic antwortete mit einem "ja und nein". Einerseits sei es bemerkenswert, dass er sich weiterhin gegen deutlich jüngere Gegner behaupten könne. Andererseits habe er immer höchste Erwartungen an sich selbst. Nach dem dramatischen Fünf-Satz-Erfolg gegen den 25 Jahre alten Kanadier Felix Auger-Aliassime sagte der Rekord-Grand-Slam-Sieger, es sei schon eine schöne Überraschung, Spieler zu bezwingen, die 15 Jahre jünger seien als er.

Zwei Siege trennen Novak Djokovic noch von seinem 25. Grand-Slam-Titel.

Kinder erleben besonderen Tennis-Abend

Gegen den Weltranglistenvierten rang sich Djokovic mit 7:6 (12:10), 3:6, 6:3, 6:7 (4:7), 7:6 (10:4) zum Sieg. Die Entscheidung fiel erst im Match-Tiebreak kurz vor 23.00 Uhr und damit nur wenige Minuten vor der nächtlichen Sperrstunde im Südwesten Londons. Damit steht Djokovic als zweitältester Halbfinalist der Profi-Ära seit 1968 hinter Ken Rosewall im Jahr 1974 in der Vorschlussrunde. Dort wartet am Freitag Titelverteidiger Jannik Sinner aus Italien.

Djokovic verriet, dass er seinen Kindern geraten hatte, nach dem vierten Satz schlafen zu gehen. Sie ignorierten den Rat jedoch. Im Nachhinein war er darüber froh, denn nach eigener Einschätzung war es eines der besten Matches seiner Karriere. Tochter Tara und Sohn Stefan erlebten den denkwürdigen Abend live mit.

Wimbledon 2026
Auch der 25 Jahre alte Felix Auger-Aliassime war am Ende seiner Kräfte. Quelle: Maja Smiejkowska/AP/dpa

Messi-Vergleich sorgt für Schmunzeln

Die Chancen auf den 25. Grand-Slam-Titel dürften für Djokovic nicht mehr allzu häufig kommen, doch in Wimbledon lebt dieser Traum weiter. Auf den Hinweis, dass Fußball-Superstar Lionel Messi zeitgleich mit Argentinien bei der WM gegen Ägypten für Begeisterung sorgte, reagierte Djokovic mit Humor. Es wäre schön, sagte er, einmal 90 Minuten so zu spielen wie Messi.

Noch Ende Mai bei den French Open hatte der Serbe in einem fast fünfstündigen Fünf-Satz-Match gegen den 19-jährigen Brasilianer Joao Fonseca den Kürzeren gezogen. Auf dem weniger kräftezehrenden Rasen hielt er diesmal dem langen Schlagabtausch mit der jüngeren Generation stand. Das Alter bremste ihn nicht aus. Nach dem letzten Ballwechsel stützten sich beide Spieler erschöpft auf ihre Schläger.

Auger-Aliassime zollt Respekt

Auf die Frage, wie er dieses Match gewonnen habe, antwortete Djokovic knapp: mit seinem Schläger, einem großen Herzen und starken Nerven. Während sein früherer Rivale Roger Federer in diesen Tagen als Gast in der Royal Box sitzt, rückt auch Djokovics Karriereende irgendwann näher. Doch noch immer sorgt er auf dem Platz für Bewunderung – selbst beim Gegner.

Auger-Aliassime lobte den Serben ausdrücklich. Djokovic beweise immer wieder, wie stark er in den entscheidenden Momenten sei. Vieles von dem, was er tue, sei beeindruckend. Man kenne das zwar seit Jahren, sagte der Kanadier, aber es sei dennoch erstaunlich, dass Djokovic dieses Niveau immer wieder abrufen könne.

Auch der 25 Jahre alte Felix Auger-Aliassime war am Ende seiner Kräfte.

Reicht die Erholung für Sinner?

Nun stellt sich die nächste große Frage: Genügt die Kraft auch gegen Jannik Sinner? Der Weltranglistenerste hatte Djokovic 2025 im Wimbledon-Halbfinale glatt in drei Sätzen besiegt. Zu Jahresbeginn in Australien setzte sich Djokovic dagegen in fünf Sätzen durch. Auch hinter Sinner stehen nach seinem körperlichen Einbruch in Paris einige Fragezeichen.

Djokovic selbst blickt mit gemischten Gefühlen auf die Regenerationszeit. Er sagte, es wäre ihm lieber gewesen, das Match gegen Sinner wäre bereits das Finale – dann müsste er sich keine Gedanken darüber machen, wie sich sein Körper am nächsten Tag anfühlt. Bis zum Halbfinale am Freitag bleiben ihm nun immerhin zwei Tage zur Erholung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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