Kompany fordert nach PSG-Aus eine Reaktion des FC Bayern
Vincent Kompany sieht sich nach dem bitteren Verpassen des Champions-League-Finals in einer besonderen Verantwortung. Die Enttäuschung über das Aus gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain sitze beim FC Bayern weiterhin tief, sagte der Trainer zwei Tage nach dem Halbfinale. Das gelte für Vereinsführung, Mannschaft und Fans – und sogar für seine eigene Familie.
Vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel am Samstag beim abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg betonte Kompany, dass es nun darauf ankomme, den richtigen Umgang mit der Situation vorzuleben.
Auch zu Hause ist Aufbauarbeit gefragt
Der Belgier schilderte, dass selbst seine Kinder am Tag nach dem 1:1 im Rückspiel gegen PSG mit der Enttäuschung zu kämpfen hatten. Dann müsse man als Vater eben sagen, dass es weitergeht, gemeinsam frühstücken und nach vorne schauen.
Genau diese Haltung wolle er auch in der Mannschaft vermitteln. Im Profifußball gebe es kaum Zeit zum Verarbeiten, stattdessen müsse der Fokus sofort wieder auf die nächsten Aufgaben gerichtet werden. Für die Bayern bedeutet das vor allem das DFB-Pokalfinale am 23. Mai in Berlin gegen den VfB Stuttgart, das Kompany als zusätzliche Titelchance hervorhob.
Gegen Wolfsburg keine lockere Vorstellung
Bei der Aufstellung für Wolfsburg will der Trainer auch berücksichtigen, wie frisch seine Spieler nach dem intensiven Duell mit Paris wirken. Die Mannschaft habe gegen PSG viel investiert, erinnerte er an das 1:1, das nach dem spektakulären 4:5 im Hinspiel nicht mehr zum Weiterkommen reichte.

Sicher fehlen wird Alphonso Davies, der erneut wegen muskulärer Probleme ausfällt.
An den kommenden Gegner sandte Kompany zudem eine klare Botschaft: Die Wolfsburger könnten nicht darauf hoffen, dass Bayern die Partie locker angeht. Die nötige Spannung werde seine Mannschaft mitbringen.
Kein Kurswechsel trotz Kritik
Rund um die Partie drehte sich vieles weiterhin um die Lehren aus dem Aus gegen Paris. Für Kompany ist die Analyse eindeutig, einen grundlegenden Wechsel der Spielidee sieht er jedoch nicht.
Er betonte, dass Bayern zwar immer nach dem perfekten Spiel strebe, dabei aber keinesfalls das verlieren dürfe, was die Mannschaft stark mache. Ziel sei es, sich weiter zu verbessern, ohne die eigene Identität aufzugeben.
Dass die Münchner offensiv enorme Qualität besitzen, unterstrich der Trainer mit Blick auf die Bundesliga-Zahlen. Vor den letzten beiden Spieltagen steht Bayern bei 116 Toren und einer Tordifferenz von plus 81.
Trotz der Diskussionen über zu viele Gegentreffer und defensive Schwächen in Topspielen hält Kompany an seiner Überzeugung fest. Schon bald werde Bayern wieder in der Champions League angreifen – mit dem Anspruch, erneut das Finale zu erreichen und es diesmal zu gewinnen.
Auch bei der Kaderplanung bleibt Bayern bei seiner Linie
Nicht nur sportlich, sondern auch in der Personalplanung sehen die Verantwortlichen keinen Anlass für eine grundlegende Neuausrichtung. Sportdirektor Christoph Freund sprach von einer außergewöhnlich starken Saison und lobte den Fußball, den die Mannschaft spiele.
Mit dem aktuellen Kader seien die Bayern sehr zufrieden. Für die Transferperiode im Sommer bedeute das: Der Rekordmeister will weiterhin keinen übergroßen Kader, dafür aber in der Spitze erstklassig besetzt sein.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion