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Vuelta-Aus! Nach Sturz trifft es Pogacar hart

Drama bei der Vuelta: 32 Kilometer vor dem Ziel stürzt Topfavorit Tadej Pogacar schwer – und alles ist plötzlich vorbei.

29.08.2026, 17:23 Uhr

Tadej Pogacars Traum vom ersten Gesamtsieg bei der Vuelta ist geplatzt. Der slowenische Weltmeister stürzte auf der achten Etappe rund 32 Kilometer vor dem Ziel in Xeraco schwer und musste die Spanien-Rundfahrt aufgeben. Pogacar saß zunächst mit blutenden Wunden an der linken Schulter und am Kopf auf dem Asphalt, griff dann noch einmal zu seinem Rad – doch die Schmerzen waren zu stark. Kurz darauf stieg der 27-Jährige in den Krankenwagen.

Im Krankenhaus folgte die bittere Diagnose: Pogacar erlitt einen verschobenen Bruch des linken Schlüsselbeins sowie einen stabilen Bruch des siebten Halswirbels. Dazu kamen laut UAE-Teamarzt Adrian Rotunno eine Gehirnerschütterung und zahlreiche Abschürfungen. Damit dürfte seine Saison praktisch beendet sein.

Rotunno erklärte zudem, dass Pogacar am Schlüsselbein operiert werden müsse. Der Eingriff werde wegen der bei einer Gehirnerschütterung nötigen Vorsicht aber zunächst verschoben.

Sturz nach Schlenker – genaue Ursache weiter offen

Nach ersten Informationen war Pogacar nach einem Schlenker kopfüber über den Lenker gegangen und riss dabei auch zwei Fahrer des Visma-Teams mit. Die genaue Ursache blieb zunächst unklar. Möglich ist, dass er einem Stein am Straßenrand ausweichen wollte.

„Das schmerzt. Nicht das Ende, auf das irgendjemand gehofft hatte“, schrieb die Vuelta. In den sozialen Netzwerken häuften sich danach die Genesungswünsche für den Topfavoriten.

UAE-Sportdirektor Matxin Fernandez sagte, Pogacar habe unbedingt weitermachen wollen. Vor allem die Schulter habe ihm aber enorme Schmerzen bereitet. Zudem habe er an der Augenbraue geblutet und genäht werden müssen. Zugleich betonte Fernandez, niemand trage die Schuld an dem Sturz: Solche Dinge gehörten zum Radsport, der genaue Hergang sei noch nicht klar.

Pogacar hatte die Vuelta klar im Griff

Bis zu seinem Aus war Pogacar der dominierende Fahrer dieser Rundfahrt und der klare Anwärter auf den Gesamtsieg. Mit bereits drei Etappenerfolgen führte er die Gesamtwertung vor dem Start der achten Etappe mit 3:50 Minuten vor dem Spanier Enric Mas an.

Die Vuelta ist die einzige Grand Tour, die Pogacar in seiner Erfolgsliste noch fehlt. Erst Ende Juli hatte er zum fünften Mal die Tour de France gewonnen, außerdem sicherte er sich 2024 den Giro d’Italia.

Nach Pogacars Aus übernahm Enric Mas die Gesamtführung. Auch der viermalige Vuelta-Sieger Primoz Roglic darf sich nun wieder Hoffnungen auf den Gesamterfolg machen.

Coquard gewinnt Etappe nach turbulentem Finale

Die achte Etappe über 171 Kilometer von Pucol nach Xeraco gewann der Franzose Bryan Coquard im Sprint vor Ex-Weltmeister Mads Pedersen. Kurz vor dem Ziel kam es noch zu einem heftigen Massensturz, sodass nur noch eine kleine Gruppe um den Tagessieg sprintete.

WM-Start in Montreal kaum realistisch

Nach der Diagnose steht auch hinter Pogacars Teilnahme an den Weltmeisterschaften am 27. September in Montreal ein großes Fragezeichen. Eine Titelverteidigung im Straßenrennen erscheint kaum realistisch, zumal bei einem Schlüsselbeinbruch in der Regel mit einer Pause von mindestens sechs Wochen gerechnet werden muss. Pogacar hatte 2024 und 2025 jeweils WM-Gold im Straßenrennen gewonnen.

Schwere Stürze sind bei Pogacar selten

Schwere Stürze sind bei Pogacar eher die Ausnahme. 2023 war er bei Lüttich-Bastogne-Lüttich gestürzt und hatte sich einen Kahnbeinbruch zugezogen. Ansonsten kam der Tour-Champion meist glimpflich davon. Bemerkenswert: Bei Rundfahrten hatte Pogacar zuvor alle seine 50 Starts beendet.

Erst am Donnerstag hatte er sich auf der Abfahrt des Puerto El Bartolo versteuert und war kurz ins Gelände geraten, konnte aber auf dem Rad bleiben und sofort weiterfahren.

Erinnerungen an Vingegaard und Lipowitz

Die Bilder erinnerten an die Stürze seiner Rivalen Jonas Vingegaard und Florian Lipowitz bei der Tour de France. Beide hatten sich dabei jeweils das Schlüsselbein gebrochen. Vingegaard hat seine Saison inzwischen bereits beendet, bei Lipowitz ist ein Comeback in diesem Jahr weiter offen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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