Fußball

Trossard-Gala! Belgien stürmt mit 5:1 zum Gruppensieg

Nach Remis-Frust platzt bei Belgien der Knoten: 5:1 gegen Neuseeland – und jetzt wartet ein Gegner, den noch niemand kennt.

27.06.2026, 07:03 Uhr

Belgiens Nationalmannschaft hat das frühe WM-Aus in der insgesamt schwachen Gruppe G abgewendet und sich mit einem klaren 5:1 (1:0) gegen Neuseeland souverän für das Sechzehntelfinale qualifiziert. In Vancouver war Leandro Trossard mit zwei Treffern der entscheidende Mann. Nach zwei Unentschieden zum Auftakt reichte es für die Auswahl um Kevin De Bruyne damit doch noch mühelos für den Einzug in die Runde der letzten 32.

Trossard traf in der 28. und 50. Minute, dazu waren De Bruyne (66.), Romelu Lukaku (86.) und Alexis Saelemaekers (90.+4) erfolgreich. Vor 52.497 Zuschauern blieben die Neuseeländer über weite Strecken harmlos. Elijah Just gelang in der 84. Minute immerhin noch das zwischenzeitliche 1:3. Damit wartet Neuseeland auch bei seiner dritten WM-Teilnahme nach 1982 und 2010 weiter auf den ersten Sieg.

Trossard wurde nach dem Spiel als bester Akteur der Partie ausgezeichnet. "Wir haben sehr gut gespielt, wir sind glücklich", sagte der Doppeltorschütze. Mit Blick auf die K.-o.-Phase ergänzte er: "Jetzt gehen wir in die Runde der besten 32 und wir sind bereit dafür."

Weil Ägypten parallel gegen den Iran 1:1 spielte, sprang Belgien sogar noch auf Platz eins der Gruppe. In der Runde der letzten 32 trifft das Team am 1. Juli um 22.00 Uhr MESZ in Seattle auf einen noch nicht feststehenden Gruppendritten. Für Neuseeland bleibt das 2:2 gegen den Iran zum Auftakt das beste Ergebnis dieses Turniers.

Belgien nach schwachem Start unter Druck

Für Trainer Rudi Garcia ist das Weiterkommen ein wichtiger Schritt. Nach den enttäuschenden Remis gegen Ägypten (1:1) und den Iran (0:0) war in Belgien bereits Kritik am 62 Jahre alten Franzosen laut geworden, der das Team erst im Januar 2025 übernommen hatte. Trotz namhafter Offensivspieler wie De Bruyne, Trossard und Lukaku wirkte der Angriff bislang oft zu statisch.

Gegen den auf dem Papier schwächsten Gruppengegner traten die Roten Teufel nun deutlich entschlossener auf. Schon nach elf Minuten hatte Trossard die erste große Gelegenheit, doch sein Flachschuss sprang vom Pfosten auf der Linie entlang, bevor Tyler Bindon für Neuseeland klären konnte.

In der Anfangsphase sorgten ansonsten vor allem die eingeblendeten Zwischenstände aus dem Parallelspiel Iran gegen Ägypten für Aufmerksamkeit.

Trossard macht den Unterschied, Doku bleibt blass

Belgien setzte sich in der Folge immer stärker in der gegnerischen Hälfte fest und hätte kurz vor der ersten Trinkpause sogar einen Handelfmeter bekommen können. Nach Videostudium nahm Schiedsrichter Adham Makhadmeh seine Entscheidung jedoch zurück. Lange hielt die Null für Neuseeland trotzdem nicht: Nach einer Ecke reagierte Trossard aus kurzer Distanz am schnellsten und brachte Belgien in Führung. Zur Pause sprach das Schussverhältnis von 15:0 klar für die Belgier.

Jeremy Doku, dessen Einsatz Trainer Garcia tags zuvor noch offengelassen hatte, blieb diesmal weitgehend blass. Der Flügelspieler war erst vor wenigen Tagen nach London gereist, um bei der Geburt seines Sohnes Praise dabei zu sein, und anschließend rechtzeitig nach Vancouver zurückgekehrt. Nach 56 Minuten wurde der 24-Jährige ausgewechselt.

Da war die Begegnung praktisch schon entschieden. Kurz nach Wiederbeginn vollendete Trossard nach Vorlage von Hans Vanaken zum 2:0. Zuvor war Belgiens einziges Tor im Turnier ein Eigentor des Ägypters Mohamed Hany beim 1:1 gegen Belgien gewesen. De Bruyne erhöhte anschließend auf 3:0 und sorgte endgültig für klare Verhältnisse.

In der Schlussphase kam Lukaku ins Spiel und traf mit seiner ersten gefährlichen Aktion zum 4:1. Kurz zuvor hatte Just für Neuseeland wenigstens noch einen Ehrentreffer erzielt. Den Schlusspunkt setzte schließlich Saelemaekers nach Vorarbeit von Lukaku.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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