Bayern

München im CSD-Rausch: Tausende dabei

Trotz Gluthitze strömten wieder Tausende zum CSD – mit diesen Maßnahmen wollten die Veranstalter heikle Szenen verhindern.

27.06.2026, 13:28 Uhr

Zehntausende feiern CSD in München trotz großer Hitze

Beim Christopher Street Day in München haben trotz hoher Temperaturen Zehntausende Menschen ausgelassen gefeiert. Seit dem Mittag zog eine bunte Parade mit mehr als 200 Gruppen durch die Innenstadt der bayerischen Landeshauptstadt. Anschließend war auf der Ludwigstraße ein Straßenfest geplant, zu dem die Organisatoren mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher erwarteten.

Nach Angaben von Polizei und Veranstaltern nahmen rund 30.000 Menschen direkt am Umzug teil. Etwa 200.000 weitere verfolgten die Parade vom Straßenrand aus.

Größere hitzebedingte Zwischenfälle blieben laut Conrad Breyer vom CSD München zunächst aus. Trotz der außergewöhnlichen Temperaturen sei die Stimmung sehr gut und respektvoll gewesen. Nach seinen Worten achteten die Menschen aufmerksam aufeinander. Wegen der Hitze hatten die Veranstalter unter anderem Trinkwasserspender und Wassersprühstationen eingerichtet. Auch die Polizei riet dem Publikum, möglichst schattige Plätze entlang der Strecke aufzusuchen.

Motto: „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke“

Der diesjährige CSD stand unter dem Leitspruch „Unsere Vielfalt. Unsere Stärke“. Mit der Veranstaltung machen Schwule, Lesben, trans Menschen und weitere Mitglieder der LGBTIQ+-Community auf ihre Rechte aufmerksam. Die Parade ist Teil eines dreitägigen Straßenfests mit Konzerten, Karaoke, politischen Gesprächsrunden und Partys.

Schirmherr der Veranstaltung ist Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause von den Grünen, der selbst offen schwul lebt.

Zeichen gegen zunehmende Queerfeindlichkeit

Der CSD soll zugleich ein deutliches Signal gegen die wachsende Zahl queerfeindlicher Übergriffe setzen. Laut der Beratungsstelle „Strong!“ stieg die Zahl entsprechender Vorfälle in Bayern im vergangenen Jahr deutlich von 289 auf 413.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich zum CSD auf der Plattform X. Dort schrieb er, Bayern sei weltoffen und tolerant. Im Freistaat könne jeder so leben und lieben, wie er oder sie wolle – das sei Ausdruck der „Liberalitas Bavariae“.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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