CSU und Freie Wähler wollen gemeinsam mit Sozial- und Umweltorganisationen, Feuerwehr und Wirtschaft ein freiwilliges „Bayernjahr“ für junge Menschen auf den Weg bringen. Dazu haben sie sich auf einen gemeinsamen Antrag zur Umsetzung des CSU-Konzepts verständigt. Gleichzeitig sprechen sich beide Landtagsfraktionen auch für ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr auf Bundesebene aus – ein Vorhaben, das jedoch deutlich aufwendiger und langfristiger wäre.
Worum es beim „Bayernjahr“ geht
Das Konzept sieht vor, dass sich junge Frauen und Männer für mehrere Monate in Bereichen wie Soziales, Wirtschaft, Umwelt oder Sicherheit engagieren. Auch Kombinationen mehrerer Einsatzfelder sollen möglich sein. Um die Teilnahme attraktiver zu machen, stehen verschiedene Anreize im Raum, etwa Unterstützung beim Führerschein oder Vorteile bei der Vergabe von Studienplätzen. Wie diese Anreize konkret ausgestaltet werden und wer die Kosten übernimmt, ist bislang aber noch nicht entschieden.
Start möglicherweise ab 2027 oder 2028
Nach den Vorstellungen der Initiatoren könnte das Projekt schon in rund einem Jahr vorbereitet werden. CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek nannte als mögliche Zielmarken den Herbst 2027 oder das Frühjahr 2028, betonte aber, dass noch kein fester Termin feststehe. Geplant ist ein zentrales, vollständig digitales Portal, über das sich Interessierte informieren und unkompliziert für die einzelnen Angebote anmelden können.
Bestehende Programme sollen ergänzt werden
Für CSU und Freie Wähler ist wichtig, dass das „Bayernjahr“ nicht in Konkurrenz zu bereits vorhandenen Diensten tritt. Stattdessen soll es auf bestehenden Angeboten wie dem freiwilligen Wehrdienst, dem freiwilligen sozialen Jahr, dem freiwilligen ökologischen Jahr und dem Bundesfreiwilligendienst aufbauen. Ziel sei es, diese Strukturen besser zu vernetzen, zu bündeln und weiterzuentwickeln, damit besonders junge Menschen flexiblere Kombinationsmöglichkeiten erhalten.
Vier Bereiche vorgesehen
Vorgesehen sind vier Module:
- Sicherheit – etwa bei Feuerwehr, Katastrophenschutz, Sicherheitswacht, THW, Rettungsdienst, Polizei oder Bundeswehr
- Soziales – zum Beispiel in Pflege, Kinder- und Jugendhilfe, Behinderten- und Seniorenarbeit, Vereinen oder gemeinnützigen Organisationen
- Umwelt – etwa in Natur-, Umwelt- und Klimaschutzprojekten sowie bei Umweltstationen und -verbänden
- Wirtschaft – beispielsweise durch Praktika in Unternehmen und Betrieben
Diese Module sollen möglichst flexibel miteinander verbunden werden können.
Anreize und Zertifikat für Teilnehmende
Die Koalitionspartner setzen bei der Ausgestaltung der Anreize auch auf die beteiligten Träger. Denkbar seien etwa Vorteile bei der Vergabe von Studienplätzen oder Wohnraum sowie die freiwillige Übernahme von Führerscheinkosten, Bahntickets oder Kulturgutscheinen. Fest steht bereits: Wer am „Bayernjahr“ teilnimmt, soll am Ende ein Zertifikat erhalten.
Unterstützung aus verschiedenen Bereichen
Für das Vorhaben warben die Spitzen beider Fraktionen nun gemeinsam. Unterstützung kam dabei stellvertretend für zahlreiche weitere Partner unter anderem von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, dem Landesfeuerwehrverband, der Caritas und den Landschaftspflegeverbänden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber