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Popp vor Pokal-Abschied: Schockt sie die Bayern noch mal?

Tränen, Reha, Endspiel: Schafft Popp doch noch den märchenhaften Pokal-Abschied mit Wolfsburg – trotz Bayern als Topfavorit?

12.05.2026, 14:36 Uhr

Popp vor letztem Pokalspiel für Wolfsburg: Emotionaler Abschied gegen Bayern

Als der VfL Wolfsburg im Halbfinale des DFB-Pokals nach einem dramatischen 5:4 im Elfmeterschießen gegen Jena das Endspiel erreichte, flossen bei Alexandra Popp die Tränen. Die verletzte Angreiferin fiel ihren Teamkolleginnen auf dem Rasen überwältigt in die Arme. Schon damals beschrieb sie, dass sie innerlich förmlich explodiert sei. Für Popp ist der Pokal seit jeher etwas ganz Besonderes.

Vor dem Finale am Donnerstag (16.00 Uhr/ZDF und Sky) in Köln gegen Titelverteidiger FC Bayern München machte die 35-Jährige deutlich, wie viel ihr dieser Titel bedeuten würde. Sie möchte den Pokal ein letztes Mal nach Wolfsburg holen. Es wäre der perfekte Abschied im grün-weißen Trikot, bevor sie im Sommer zu Borussia Dortmund wechselt – dem Verein, dem sie sich seit ihrer Kindheit verbunden fühlt.

Reha für den großen Abschied

Um dieses letzte große Ziel noch zu erreichen, arbeitete Popp nach einem Muskelfaserriss in der Wade intensiv an ihrem Comeback. Sie betonte zuletzt, wie prägend die 14 Jahre beim VfL für sie gewesen seien. Der Club habe sie nicht nur menschlich, sondern auch sportlich reifen lassen. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihr die Saison 2012/2013, in der sie mit Wolfsburg direkt das Triple gewann. Der Verein habe für sie einen enormen Stellenwert.

Mit Popp verliert Wolfsburg nicht nur eine Schlüsselspielerin, sondern auch das prägende Gesicht der Mannschaft und des gesamten Clubs. Kaum eine Stimme war in den vergangenen Jahren so gefragt wie ihre. Mit ihrer direkten Art und ihrer Präsenz gab sie dem Team Profil. Nationaltorhüterin Stina Johannes bezeichnete Popp deshalb als Vereinslegende und hob hervor, wie wichtig es ihr sei, in ihrer letzten Saison noch einmal ein Pokalfinale mit dem VfL zu erleben.

Alexandra Popp
Verabschiedet sich nach 14 Jahren aus Wolfsburg: Alexandra Popp. (Archivbild) Quelle: Marius Becker/dpa

Rekordsiegerin peilt Titel Nummer 14 an

Popp ist bereits Rekordgewinnerin im DFB-Pokal. Insgesamt 13 Mal stemmte sie die Trophäe in die Höhe, davon elfmal mit Wolfsburg. Zum Abschluss soll nun möglichst noch ein 14. Titel dazukommen. Ein weiterer Pokalsieg wäre für sie ein runder und würdiger Schlusspunkt unter eine außergewöhnliche Zeit beim VfL. Neben den Pokalerfolgen gewann sie mit Wolfsburg auch sieben Meisterschaften und zweimal die Champions League. Auch der langjährige Wolfsburger Verantwortliche Ralf Kellermann, der ebenfalls nach Dortmund geht, hofft auf einen gelungenen Abschied.

Bayern als klarer Favorit

Allerdings wartet mit dem FC Bayern eine gewaltige Aufgabe. Die Münchnerinnen spielen eine herausragende Saison und dominieren die Bundesliga nahezu nach Belieben. Vor dem letzten Spieltag ist der deutsche Meister noch ohne Niederlage, 23 von 25 Ligaspielen wurden gewonnen. Der Vorsprung auf Wolfsburg beträgt deutliche 16 Punkte. Auch in den direkten Vergleichen hatte Bayern klar die Nase vorn: 3:1 und 4:1 in der Liga sowie 4:2 im Supercup.

Lediglich der FC Barcelona konnte die Münchnerinnen im Halbfinale der Champions League ernsthaft stoppen. Nach dem erneuten Meistertitel wollen Giulia Gwinn, Klara Bühl, Pernille Harder und ihre Mitspielerinnen nun auch noch das Double perfekt machen.

Popp sieht die Stärke des Gegners vor allem in der guten Kaderplanung, bei der in München vieles schnell und erfolgreich ineinandergreife. Gleichzeitig räumte sie ein, dass Wolfsburg in dieser Saison nicht die nötige Konstanz gezeigt habe. Dennoch muss das für das Finale nicht entscheidend sein: Schon vor zwei Jahren ging der VfL als Außenseiter ins Endspiel und gewann am Ende verdient mit 2:0. Im Pokal gelten eben oft eigene Regeln – und kaum jemand weiß das besser als Alexandra Popp.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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