Fußball

Nur 0:0! Für Wolfsburg wird es jetzt richtig eng

Wolfsburg wankt gegen Paderborn: Der Favorit blamiert sich fast – und vor dem Rückspiel ist plötzlich alles offen.

21.05.2026, 22:24 Uhr

Wolfsburg nach 0:0 gegen Paderborn weiter unter Druck

Der VfL Wolfsburg muss im Kampf um den Verbleib in der Fußball-Bundesliga weiter zittern. Im Hinspiel der Relegation kam der Bundesligist vor 27.800 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen Arena nicht über ein 0:0 gegen den SC Paderborn hinaus. Der Zweitligist verschaffte sich damit eine ordentliche Ausgangslage für das Rückspiel am Pfingstmontag im eigenen Stadion. Dann muss Paderborn allerdings auf Jonah Sticker verzichten, der in der Nachspielzeit Gelb-Rot sah (90.+4).

Paderborn ging entsprechend zufrieden aus dem ersten Duell. "Bei uns hat jeder alles auf dem Platz gelassen. Wir haben den Aufstieg noch lange nicht erreicht, aber jetzt haben wir ein echtes Finale zu Hause. Da gilt es, noch einmal alles abzurufen und das Ding über die Ziellinie zu bringen", sagte Abwehrspieler Laurin Curda. Torwart Dennis Seimen, der im Sommer zum VfB Stuttgart zurückkehrt, erklärte vor seinem letzten Spiel für die Ostwestfalen: "Ich möchte mit Paderborn unbedingt aufsteigen."

Auch in Wolfsburg ist die Ausgangslage klar. "Klar hätten wir uns gewünscht zu gewinnen und ein, zwei Tore zu schießen. So haben wir am Montag ein Endspiel. Wir wissen, dass viel Druck auf diesem Spiel ist. Aber in unseren Augen können wir etwas gewinnen. Deshalb bleiben wir positiv", sagte Mittelfeldspieler Yannick Gerhardt.

Paderborn mit dem besseren Start

Schon vor der Partie hatte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking betont, dass allein das Erreichen der Relegation für beide Mannschaften bereits ein Erfolg sei. Der VfL hatte noch bis zum 32. Spieltag auf einem direkten Abstiegsplatz gestanden, während Paderborn erst am letzten Zweitliga-Spieltag auf Rang drei sprang. Auf dem Platz wirkte zunächst aber vor allem der Außenseiter überzeugend.

Bereits in der 9. Minute bot sich den Gästen die große Chance zur Führung. Nach einem Eckball kam Santiago Castaneda aus kurzer Entfernung zum Abschluss, doch Jeanuel Belocian und Torwart Kamil Grabara retteten gemeinsam auf der Linie.

Wolfsburg zunächst zu vorsichtig

Paderborn verteidigte aufmerksam, spielte sauber mit dem Ball und profitierte davon, dass Wolfsburg in diesem ersten von mindestens 180 Relegationsminuten wenig Risiko einging. Der VfL tat sich deutlich schwerer als nach den guten Auftritten der vergangenen Wochen erwartet und fand erst nach rund einer halben Stunde besser ins Spiel.

Die beste Gelegenheit der Hausherren vergab Adam Daghim in der 32. Minute. Nach einem Steilpass von Mattias Svanberg lief er allein auf das Tor zu, scheiterte jedoch an Paderborns Keeper Dennis Seimen.

Weitere Wolfsburger Möglichkeiten vor der Pause blieben überschaubar: ein Fernschuss von Denis Vavro (23.), ein Angriff über die rechte Seite, bei dem Joakim Maehle den Ball nicht sauber traf (30.), sowie eine abgefälschte Hereingabe von Christian Eriksen, die gefährlich wurde (43.).

Dabei war die Stimmung in der Volkswagen Arena ungewohnt intensiv. Die Ergebnisse der vergangenen Wochen haben Mannschaft und Fans wieder enger zusammengeführt. Auf der Tribüne verfolgte auch Volkswagen-Chef Oliver Blume die Begegnung und schwenkte einen grün-weißen Schal.

Dominant, aber harmlos

Kurz nach dem Seitenwechsel hätte Wolfsburg beinahe den Führungstreffer erzielt. In der 51. Minute war erneut Daghim beteiligt, doch Seimen entschärfte dessen Hereingabe. Vor dem Tor hatten gleich zwei Wolfsburger in aussichtsreicher Position gelauert.

Positiv aus Sicht des VfL war, dass die Mannschaft ruhig blieb, ihre Ordnung hielt und den Druck Schritt für Schritt erhöhte. Anders als in der ersten Halbzeit wurden Paderborner Konter nun oft schon im Mittelfeld unterbunden. Die Gäste kamen kaum noch zu Entlastung.

Trotzdem blieb Wolfsburg im letzten Drittel zu harmlos. Ein Kopfball von Daghim (63.) und ein Freistoß von Eriksen (67.) brachten keine echte Gefahr. Auch die Einwechslungen von Mohammed Amoura und Lovro Majer änderten daran wenig. Der Bundesligist konnte seine personellen Vorteile offensiv nicht nutzen.

Am Ende durfte sich Wolfsburg sogar glücklich schätzen, dass es beim 0:0 blieb. In der 84. Minute vergab Filip Bilbija die zweite große Paderborner Chance des Abends.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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