Der bei einem begleiteten Freigang in Niedersachsen geflohene, zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder ist in Italien festgenommen worden. Nach Angaben des Landeskriminalamts Niedersachsen fanden die Behörden den 42-Jährigen in einem Krankenhaus in der Region Venetien. Er war dort nach einem Unfall südlich von Verona behandelt worden. Zuvor hatten bereits RTL und Bild über die Festnahme berichtet.
Spur führte über mehrere Hinweise nach Italien
Der Deutsche war am Dienstagnachmittag in Peine während eines begleiteten Freigangs geflohen. Nach Angaben des Justizministeriums in Hannover hatte er gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Celle die Wohnung seiner Mutter besucht. Nach ersten Erkenntnissen nutzte er einen Aufenthalt in einer nahegelegenen Garage, um mit einem dort abgestellten Motorrad zu fliehen. Nach den aktuellen Angaben soll es sich um sein Motorrad gehandelt haben.
Nach einer zunächst erfolglosen Suche leitete das Landeskriminalamt eine Öffentlichkeitsfahndung mit Fotos, Namen und Personenbeschreibung ein. Mehrere Hinweise brachten die Ermittler schließlich auf eine Spur nach Italien. Nach Einschätzung des LKA reiste der Mann vermutlich über Bayern dorthin.
Wie es zu dem Unfall kam, war zunächst unklar. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass der 42-Jährige auf der Flucht stürzte. Nach Angaben eines LKA-Sprechers wurde dabei niemand sonst in den Unfall verwickelt oder verletzt.
Festnahme im Krankenhaus
Zu möglichen Verletzungen des Mannes machten die Ermittler weiterhin keine näheren Angaben. Fest steht aber, dass er zunächst im Krankenhaus bleiben muss. Italienische Beamte nahmen ihn dort fest; aktuell steht er in der Klinik unter polizeilicher Beobachtung. Wann er nach Deutschland ausgeliefert wird und ob er anschließend wieder in seine frühere Zelle zurückkehrt, ist bislang offen.
Lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes
Der Mann verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung. Er hatte 2010 die damals 23-jährige Melanie aus Peine mit zahlreichen Messerstichen getötet, weil sie keinen Sex mit ihm haben wollte. Der Fall sorgte weit über die Region hinaus für Entsetzen.
Das Landgericht Hildesheim verurteilte ihn 2011 wegen des Mordes an seiner Internet-Bekanntschaft zu lebenslanger Haft und stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Der Täter hatte die Tat vor Gericht gestanden. Eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ist damit nahezu ausgeschlossen. Nach Angaben des Ministeriums muss er mindestens 19 Jahre im Gefängnis bleiben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion