Fußball

Nach Prügel-Pakt: Polizei stürmt Wohnungen

Fan-Prügeleien auf dem Vormarsch: In Nürnberg und Köln schlägt die Polizei jetzt zu – und sucht weitere Beteiligte.

05.05.2026, 16:34 Uhr

Ein Jahr nach einer abgesprochenen Massenschlägerei im Anschluss an das Zweitliga-Spiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Köln im Mai 2025 hat die Polizei im Raum Nürnberg und in Köln mehrere Wohnungen durchsucht. Damals waren im Nürnberger Stadtteil Rennweg Dutzende Anhänger beider Vereine zu einer Prügelei zusammengekommen. Die Staatsanwaltschaft wirft den beteiligten Ultras unter anderem gefährliche Körperverletzung und Landfriedensbruch vor. Nach Angaben der Nürnberger Polizei richtet sich der Verdacht derzeit gegen 68 Personen.

Elf Objekte durchsucht

In Nürnberg, dem Umland und in Köln wurden insgesamt elf Objekte durchsucht. Teilweise mussten Einsatzkräfte Türen gewaltsam öffnen. Dabei entstand zwar Sachschaden, verletzt wurde jedoch niemand. Sichergestellt wurden nach Polizeiangaben mutmaßliche Tatkleidung sowie Mobiltelefone. Die Ermittler hoffen, über diese Beweismittel weitere Beteiligte identifizieren zu können.

Zusätzlich stießen Beamte in einer Nürnberger Wohnung auf Kokain. Der 23 Jahre alte Bewohner, der auch mit weiteren Delikten im Umfeld des Profifußballs in Verbindung gebracht wird, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft festgenommen und einem Ermittlungsrichter vorgeführt. In einer Wohnung im unterfränkischen Ebelsbach fanden die Ermittler zudem das Dopingmittel Testosteron.

Gewalt als Motiv

Verabredete Auseinandersetzungen zwischen Ultra-Gruppen haben zuletzt wieder zugenommen. Häufig sollen auch Personen aus der Kampfsportszene beteiligt sein. Als Antrieb gilt oft schlicht die Suche nach Gewalt.

Nürnberg war in diesem Zusammenhang bereits mehrfach in den Schlagzeilen. So wurde 2024 ein Spieler des eigenen Teams attackiert, nachdem er sich in einem Trikot des FC Bayern München fotografieren ließ. Auch in Dortmund und Umgebung kam es wiederholt zu schweren Prügeleien.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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