Fußball

Mbappé zaubert: Frankreich jagt den Titel mit Sieg

Frankreich zittert lange gegen Senegal – bis Mbappé und ein Bayern-Star zuschlagen. Zuvor hat ein Münchner bitter Pech.

16.06.2026, 23:04 Uhr

Mbappé führt Frankreich mit Doppelpack zum WM-Auftaktsieg gegen Senegal

Dank Kylian Mbappé und Bayern-Profi Michael Olise ist Frankreich mit einem Erfolg in die Fußball-WM gestartet. Der Mitfavorit setzte sich zum Auftakt mit 3:1 (0:0) gegen Senegal durch. Mbappé brachte die Franzosen in der 66. Minute in Führung, nachdem Olise mit einem starken Steilpass glänzte. Joker Bradley Barcola legte in der 82. Minute nach. Zwar verkürzte Ibrahim Mbaye in der Nachspielzeit noch einmal für Senegal (90.+5), doch Mbappé stellte mit seinem zweiten Treffer des Abends direkt darauf den Endstand her (90.+6). Es war bereits sein 14. Tor bei einer Weltmeisterschaft.

Damit liegt der Star von Real Madrid nur noch zwei Treffer hinter WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose. Im französischen Nationaltrikot überholte Mbappé zudem Just Fontaine als besten WM-Torschützen des Landes. Mit seinen Länderspieltoren Nummer 57 und 58 zog er außerdem an Olivier Giroud vorbei und stellte eine neue französische Bestmarke auf.

"Wir haben noch nicht voll losgelegt, es ist aber gut, mit einem Sieg zu starten", sagte Mbappé nach dem Spiel mit Blick auf die eher maue erste Halbzeit. Zu Kritik an seiner Person meinte er: "Es ist keine Erleichterung. Wenn ich anfange, über die Leute nachzudenken, die mich kritisieren, höre ich nie damit auf. Ich spiele für mein Land, ich will bis ins Finale."

Der Weltmeister von 1998 und 2018 wirkte zunächst uninspiriert, verdiente sich den Sieg aber dank einer klaren Leistungssteigerung nach der Pause. Frankreich gehört in den USA, Kanada und Mexiko zu den großen Titelfavoriten. Die ersten drei Punkte dürften den Franzosen auf dem Weg zum erhofften dritten WM-Titel zusätzlichen Schwung geben.

Frankreich vor der Pause ohne Torchance

Im Stadion von East Rutherford hatten viele der 80.545 Zuschauer auf ein frühes Offensivfeuerwerk der Franzosen gehofft. Die Begeisterung war groß, schon als Mbappé kurz vor dem Einlaufen auf den Videowänden erschien. Auf dem Platz blieb die Équipe Tricolore in der ersten Halbzeit jedoch erstaunlich harmlos.

Gefährliche Abschlüsse auf das Tor von Edouard Mendy gab es im ersten Durchgang praktisch nicht. Frankreich brachte vor der Pause keinen einzigen wirklich gefährlichen Schuss auf das Tor. Am ehesten wurde es brenzlig, als Senegals Kapitän Kalidou Koulibaly eine Hereingabe beinahe ins eigene Tor lenkte (44.). Weder Mbappé noch Ousmane Dembélé oder Olise vom FC Bayern München konnten bis dahin entscheidende Akzente setzen.

Senegal zeigt sich mutig

Senegal trat dagegen so selbstbewusst auf, wie es Trainer Pape Thiaw angekündigt hatte. Nicolas Jackson, in der vergangenen Saison vom FC Chelsea an die Bayern ausgeliehen, ließ seinen früheren Münchner Mitspieler Dayot Upamecano stehen und traf mit einem wuchtigen Schuss den Pfosten (25.).

Auch insgesamt wirkten die Westafrikaner im letzten Drittel zielstrebiger. Eine Führung für Senegal wäre nicht unverdient gewesen, doch Ismaila Sarr vergab kurz vor der Pause eine große Gelegenheit.

Kein Elfmeter nach Mané-Grätsche

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild spürbar. In der Hitze von New Jersey fand Frankreich nun besser ins Spiel. Desiré Doué verfehlte das Tor knapp (47.), anschließend scheiterten sowohl Olise (53.) als auch Mbappé (57.) in guten Positionen an Mendy. Frankreichs Erfolgstrainer Didier Deschamps dürfte sich da gefragt haben, warum sein Team nicht von Beginn an so auftrat.

Kurz darauf forderten die Franzosen einen Elfmeter: Mbappé ging nach einer Grätsche von Senegal-Star Sadio Mané im Strafraum zu Boden. Schiedsrichter Alireza Faghani, ein im Iran geborener Australier, sah sich die Szene nach Hinweis des Video-Assistenten noch einmal an, blieb aber bei seiner Entscheidung und gab keinen Strafstoß.

Olise bereitet vor, Mbappé trifft und jubelt mit Flöte

Frankreich blieb dran und wurde schließlich belohnt. Olise spielte einen starken Pass in die Tiefe, Mbappé lief ein und schob den Ball flach an Mendy vorbei zum 1:0 ins Netz.

Beim Jubel imitierte der Real-Star das Spielen einer Querflöte. Diese Geste hatte er zuvor dem britischen Comedian James Corden angekündigt. Mbappé hatte in dessen Sendung erzählt, dass er im Rahmen seiner musikalischen Früherziehung ein oder zwei Jahre Querflöte gespielt habe.

Jackson hätte fast direkt geantwortet, stand bei seinem Treffer aber im Abseits (68.). In der Schlussphase sorgte Barcola mit dem 2:0 scheinbar für die Entscheidung. Nach dem späten Anschlusstreffer durch Mbaye wurde es noch einmal kurz spannend, ehe Mbappé mit einem Fernschuss endgültig alles klarmachte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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