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Norwegen erlebt überraschenden Organspender-Boom

Seit Mette-Marits Platz auf der Transplantationsliste bekannt ist, passiert in Norwegen etwas, womit kaum jemand gerechnet hätte.

16.06.2026, 19:46 Uhr

Deutlich mehr Organspender in Norwegen nach Mette-Marits Aufnahme auf Warteliste

Seit bekannt wurde, dass Kronprinzessin Mette-Marit auf eine neue Lunge wartet, ist die Zahl der registrierten Organspender in Norwegen stark gestiegen. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur NTB unter Verweis auf die norwegische Stiftung Organspende.

Der Hof in Oslo hatte am 5. Juni mitgeteilt, dass die 52-Jährige auf die Transplantationsliste gesetzt wurde. Seither hätten sich rund 12.000 Menschen als Organspender eintragen lassen. Im Vergleich zum Vormonat entspricht das dem Bericht zufolge einer Ver-180-fachung beziehungsweise einem Anstieg von fast 18.000 Prozent.

Schwere Erkrankung der Kronprinzessin

Mette-Marit leidet an Lungenfibrose, einer nicht heilbaren Erkrankung, bei der das Lungengewebe vernarbt und das Atmen zunehmend erschwert wird. Nach den geltenden Kriterien kommt eine Aufnahme auf die Warteliste nur infrage, wenn Betroffenen ohne Transplantation voraussichtlich nur noch etwa ein Jahr Lebenszeit bleibt. Im Alltag ist die Ehefrau von Kronprinz Haakon inzwischen auf ein Sauerstoffgerät angewiesen.

Nach Angaben der Stiftung warten derzeit in Norwegen etwa 600 Menschen auf ein Spenderorgan. Die Liste für Lungentransplantationen ist laut dem Lungenspezialisten Are Holm momentan vergleichsweise kurz.

In Norwegen gilt grundsätzlich die Widerspruchslösung bei der Organspende. Das bedeutet, dass Verstorbene als Spender infrage kommen, sofern sie zu Lebzeiten keinen Widerspruch eingelegt haben. Dennoch werden die Angehörigen in die Entscheidung einbezogen und können einer Organentnahme widersprechen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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