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Tödlicher Sprung ohne Seil: Was filmte die Kamera?

21-Jährige stirbt nach 40-Meter-Sturz von Brücke ohne Seil – jetzt sorgt das rätselhafte Verschwinden ihrer Kamera für neue Zweifel.

16.06.2026, 23:00 Uhr

Verschwundene Kamera wirft nach tödlichem Rope-Jumping-Unglück in Brasilien Fragen auf

Nach dem tödlichen Unfall einer 21-jährigen Frau beim Rope Jumping in Brasilien sorgt das Fehlen ihrer Kamera für zusätzliche Unklarheit. Einer der drei festgenommenen Instruktoren erklärte laut veröffentlichten Vernehmungsprotokollen, für das Verschwinden des Geräts gebe es aus Sicht des Teams keine Erklärung. Darüber berichtete das Nachrichtenportal G1.

Die Beschuldigten gaben demnach außerdem an, nicht zu verstehen, wie es zu dem tödlichen Vorfall kommen konnte. Die junge Frau war am Samstag von der stillgelegten Ponte do Esqueleto zwischen Limeira und Cordeirópolis im Bundesstaat São Paulo etwa 40 Meter tief gestürzt. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten die Organisatoren sie von der Plattform gestoßen, ohne dass das Sicherungsseil mit ihr verbunden war.

Videoaufnahmen zeigen, wie drei Mitarbeiter die Frau an den Rand der Brücke bringen und hinunterwerfen. Das Sicherungsseil blieb dabei offenbar lose auf der Plattform zurück. Zwei der Verdächtigen räumten laut G1 ein, für die Vorbereitung der Seile zuständig gewesen zu sein. Genau erklären, wie die Aufgaben innerhalb des Teams verteilt waren, konnten sie jedoch nicht.

Zeuge berichtet von Kamera am Unfallort

Zeugen zufolge trug die 21-Jährige beim Sprung eine Kamera. Ein Augenzeuge sagte nun aus, er habe nach dem Aufprall gesehen, wie ein Mitglied des Teams die Kamera vom Körper der Verunglückten abnahm. G1 zitierte Rafael Goulart mit den Worten, das erste Bild, an das er sich erinnere, sei ein Mitarbeiter gewesen, der die GoPro vom Halsriemen der am Boden liegenden Frau entfernt habe — möglicherweise aus Sorge um die Ausrüstung oder um Spuren zu beseitigen.

Der Anwalt der Beschuldigten kündigte an, die Freilassung seiner Mandanten zu beantragen. Sie hätten weder beabsichtigt, den Tod der Frau herbeizuführen, noch ein tödliches Risiko bewusst in Kauf genommen, sagte er.

Rope Jumping ist eine Extremsportart, bei der Teilnehmer an statischen Seilen in die Tiefe springen. Im Unterschied zum Bungee-Jumping wird der Fall nicht durch ein elastisches Seil, sondern durch eine Pendelbewegung abgefangen. In Brasilien gibt es dafür keine spezielle gesetzliche Regelung. Nach dem Unglück wird nun auch über einen möglichen Abriss der stillgelegten Brücke diskutiert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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