Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat mit deutlicher Kritik auf die Nominierung von Leroy Sané für die Weltmeisterschaft reagiert. Im Gespräch mit RTL/ntv sagte er, Sané habe zuletzt nicht die Leistungen gezeigt, die eine Berufung rechtfertigen würden. Auch bei Bild Live äußerte sich der frühere DFB-Kapitän ähnlich kritisch.
Matthäus betonte, dass er Sané grundsätzlich schätze und ihn auch persönlich gut kenne. Dennoch sei dessen Form über das gesamte Jahr hinweg aus seiner Sicht nicht überzeugend genug gewesen. Wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann tatsächlich auf aktuelle Leistung und Spielpraxis setze, dann sei die Entscheidung für Sané für ihn nur schwer nachzuvollziehen, so der Weltmeister von 1990.
Matthäus hätte lieber El Mala im Kader gesehen
Anstelle des 30-jährigen Offensivspielers von Galatasaray Istanbul hätte Matthäus lieber den Kölner Nachwuchsspieler Saïd El Mala im WM-Aufgebot gesehen. Nach seiner Einschätzung reicht es nicht aus, wenn ein Spieler bei seinem Verein nicht einmal regelmäßig in der Startelf steht. El Mala hingegen habe in der Bundesliga eine starke Saison gespielt und sich die Chance aus seiner Sicht verdient.
Der erst 19 Jahre alte Offensivmann, den Nagelsmann nicht berücksichtigt hat, habe in seiner ersten Bundesliga-Saison mit Toren und Vorlagen auf sich aufmerksam gemacht. Genau solche Spielertypen brauche eine Mannschaft bei einer WM, meinte Matthäus: Akteure mit Tempo, Durchsetzungsvermögen und einer Präsenz auf dem Platz. Über das gesamte Jahr betrachtet seien El Malas Leistungen klar stärker gewesen als die von Sané.

Trotz seiner Kritik blickt Matthäus insgesamt optimistisch auf das Turnier vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko. Der deutschen Nationalmannschaft traut er den ganz großen Wurf zu. Entscheidend seien für ihn Teamgeist, Leidenschaft, gegenseitiges Verständnis und Geschlossenheit. Die 26 nominierten Spieler müssten vor allem als Einheit auftreten und alles für Schwarz-Rot-Gold investieren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion