Fußball

Löws WM-Hammer zu Neuer, Sané und Rüdiger

Löw feiert Neuers DFB-Comeback – und überrascht mit klaren Worten zu Rüdiger und Sané. Was er über Nagelsmann denkt

22.05.2026, 12:51 Uhr

Der frühere Bundestrainer Joachim Löw hält die Rückkehr von Manuel Neuer in die deutsche Nationalmannschaft für absolut richtig. Bei der Veranstaltung „Bild 100 Sport“ in Berlin stellte sich der Weltmeister-Coach von 2014 zudem hinter Julian Nagelsmann – auch mit Blick auf die WM-Nominierungen von Leroy Sané (30) und Antonio Rüdiger (33).

Zwar bescheinigte Löw Oliver Baumann nach dessen Einsätzen als Vertreter eine ordentliche Leistung. Wörtlich sagte er, der Hoffenheimer habe es „gut gemacht“. Nach der Rückstufung des 35-Jährigen zur Nummer zwei hinter Neuer betonte Löw aber, dass ein Trainer nicht nur nach reiner Qualität entscheide. Ebenso wichtig sei, welche Dynamik in einer Mannschaft entstehe.

Neuer sei eben weit mehr als nur ein Torwart, so Löws Tenor. Der inzwischen 40-Jährige bringe Persönlichkeit, Erfahrung und große Turnierpraxis mit. Gerade diese Mischung mache seine Rückkehr für Löw zu einer „sehr, sehr guten Entscheidung“.

Neuer war unter Löw von der WM 2010 bis zur EM 2021 bei allen großen Turnieren die klare Nummer eins. Selbst nach Verletzungspausen setzte Löw mehrfach auf ihn und zog ihn Konkurrent Marc-André ter Stegen vor – etwa vor der WM 2018, bei der Deutschland historisch bereits in der Vorrunde scheiterte.

„Für Oliver Baumann ist es eine schwere Situation“

Zur späten Wende im Fall Neuer, der nach der Heim-EM 2024 eigentlich aus der Nationalmannschaft zurückgetreten war, verwies Löw auf die Verantwortung des Bundestrainers. Am Ende müsse der Trainer die Entscheidungen treffen. Zugleich räumte er ein: „Für Oliver Baumann ist es eine schwere Situation.“

Kritik an Nagelsmanns Kommunikation wollte Löw dennoch nicht üben. Nach seiner Einschätzung seien die Dinge intern klar besprochen worden. Stattdessen richtete er den Blick auf das Turnier und die Hoffnung, dass wieder eine besondere Verbindung zwischen Mannschaft und Fans entsteht – wie 2014 oder 2006 – und so unvergessliche Momente möglich werden.

Klares Ja auch zu Rüdiger und Sané

Gefragt, ob er Antonio Rüdiger und Leroy Sané ebenfalls für die Weltmeisterschaft nominiert hätte, antwortete Löw klar: „Ja, ich denke schon.“

Über den Real-Madrid-Verteidiger Rüdiger, der bislang auf 82 Länderspiele kommt, sagte Löw, dieser sei ein außergewöhnlicher Abwehrspieler. Er sei sehr schnell, extrem stark im Zweikampf und bringe eine enorme Dynamik in eine Mannschaft. Zudem könne er gegen praktisch jeden Stürmer bestehen, der großen Respekt vor ihm habe. Seine Berufung sei daher völlig berechtigt.

Auch Sané, der aktuell für Galatasaray spielt und 74 Länderspiele bestritten hat, bescheinigte Löw außergewöhnliche Fähigkeiten. Zugleich wünsche er sich mehr Konstanz vom Offensivspieler. Gerade bei einem Turnier komme es darauf an, diese Qualität über fünf, sechs oder sieben Spiele hinweg zu zeigen. Sané deute das immer wieder an, könne Partien dann auch entscheiden – und manchmal brauche eine Mannschaft genau solche Entscheider.

Löw selbst hatte Sané einst noch vor der WM 2018 im Trainingslager aus dem endgültigen DFB-Kader gestrichen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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