Fußball

Nagelsmann: Warum die Pause Neuer hilft

Neuer fehlt im Pokalfinale – doch ausgerechnet das soll ihm helfen. Warum Nagelsmann die Pause plötzlich als Gewinn sieht.

23.05.2026, 09:11 Uhr

Bundestrainer Julian Nagelsmann bewertet den Ausfall von Manuel Neuer im DFB-Pokalfinale mit Blick auf die anstehende WM weiter gelassen. Der Kapitän des FC Bayern München fehlt im Endspiel gegen den VfB Stuttgart am Abend wegen muskulärer Probleme in der linken Wade.

Nagelsmann hatte zuletzt vor allem den engen Austausch zwischen dem FC Bayern und dem Deutschen Fußball-Bund hervorgehoben. Gemeinsam seien Chancen und Risiken eines Einsatzes abgewogen worden. Wegen der leichten muskulären Verhärtung sei es sinnvoller, Neuer zu schonen. Aus Sicht der Nationalmannschaft könne die Pause sogar helfen, weil der Torhüter zusätzliche Zeit zur Regeneration bekommt und dann bestmöglich vorbereitet ins DFB-Quartier reisen kann.

Trotz der erneuten Beschwerden plant Nagelsmann bei der WM-Endrunde, die am 11. Juni in Kanada, Mexiko und den USA beginnt, weiterhin mit Neuer als Nummer eins. Seine Nominierung und die Rückstufung von Oliver Baumann, der zuvor als erster Torhüter gegolten hatte, hatten bereits für intensive Diskussionen gesorgt.

Hoeneß kritisiert die Kommunikation in der Torwartfrage

Uli Hoeneß hat nun vor allem den Umgang mit der Nominierung des deutschen WM-Torwarts bemängelt. Der Ehrenpräsident des FC Bayern sagte im Spiegel-Spitzengespräch, es sei nicht in Ordnung und nicht fair gewesen, schon im Frühjahr öffentlich festzulegen, dass Baumann die Nummer eins im DFB-Tor sei.

Sportlich stellt sich Hoeneß allerdings klar hinter Neuer. Schon vor einer Woche hatte er den Bayern-Keeper als besten deutschen Torwart bezeichnet, zugleich aber betont, dass ihm Baumann leidtue. Dass Nagelsmann nun wieder auf Neuer als Stammkeeper setzt, verteidigt Hoeneß daher ausdrücklich inhaltlich.

Neuer in diesem Jahr mehrfach angeschlagen

Bereits am letzten Bundesliga-Spieltag vor einer Woche gegen den 1. FC Köln war Neuer nach rund einer Stunde erneut wegen Beschwerden an der linken Wade ausgewechselt worden. Schon zuvor hatte der Weltmeister von 2014 in diesem Jahr zweimal wegen eines Muskelfaserrisses im linken Unterschenkel pausieren müssen.

Ein Comeback im Nationalteam könnte nach aktuellem Stand bereits am kommenden Wochenende im Länderspiel gegen Finnland erfolgen. Vor dem Turnier ist zudem noch ein Test in den USA gegen die USA geplant.

Hoeneß erneuert Kritik an Nagelsmanns Kurs

Über die Torwartdebatte hinaus wiederholte Hoeneß seine Kritik daran, dass Nagelsmann die vergangenen Länderspiele aus seiner Sicht nicht konsequent genug zum Einspielen einer festen Mannschaft genutzt habe. Eine Auswahl hätte seiner Meinung nach drei-, vier- oder fünfmal in ähnlicher Besetzung zusammenspielen müssen, um zu einer Einheit zu werden. Seine Einwände seien ausdrücklich nicht persönlich, sondern sachlich-fachlich gemeint.

Den deutschen Kader bewertet Hoeneß als gut, aber nicht als absolute Weltklasse. Zudem kann er nicht nachvollziehen, dass Joshua Kimmich in der Nationalmannschaft als Rechtsverteidiger eingesetzt wird, obwohl er beim FC Bayern im Mittelfeld eine starke Saison gespielt hat.

Nach Hoeneß‘ Ansicht gehen der DFB-Elf dadurch Impulse und Führungsqualität verloren. Kimmich könne im Mittelfeld deutlich mehr Einfluss nehmen und dort stärker als Führungsspieler auftreten. Für die Zentrale würde Hoeneß am liebsten auf den „Bayern-Block“ mit Kimmich und Aleksandar Pavlovic setzen.

Nagelsmann reagiert gelassen auf die Kimmich-Debatte

Nagelsmann reagierte auf die Kritik entspannt. Entscheidend sei für ihn, was intern mit Kimmich besprochen werde und dass der DFB-Kapitän seine Rolle kenne und akzeptiere. Genau das sei der Fall, sagte der Bundestrainer vor dem Pokalfinale am Sky-Mikrofon.

Zugleich verwies Nagelsmann darauf, dass Kimmich auch als Rechtsverteidiger großen Einfluss auf die Mannschaft nehme. Das habe man bereits bei der EM sowie im WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei gesehen, in dem Kimmich als Führungsspieler stark vorangegangen sei.

WM-Gruppengegner stehen fest

Deutschland trifft bei der WM in der Gruppenphase auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Aus Sicht von Nagelsmann bleibt entscheidend, dass Neuer rechtzeitig fit wird und ohne neues Risiko ins Turnier starten kann.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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