Bayern holt sich Selbstvertrauen für das Pokalfinale
Der FC Bayern hat sich vor dem DFB-Pokalfinale mit einem deutlichen Erfolg in Stimmung gebracht. Das Team von Trainer Vincent Kompany gewann am letzten Bundesliga-Spieltag souverän mit 5:1 (3:1) gegen den 1. FC Köln und geht damit mit viel Rückenwind ins Endspiel am kommenden Samstag (20.00 Uhr) in Berlin gegen Titelverteidiger VfB Stuttgart. Nach dem 35. Meistertitel wollen die Münchner dort auch den 21. Pokalsieg perfekt machen.
Nach dem Schlusspfiff folgte in der Allianz Arena die offizielle Meisterehrung. Im rot-weißen Konfettiregen nahm Kapitän Manuel Neuer die Schale entgegen, überließ den besonderen Moment aber Leon Goretzka: Der Nationalspieler durfte die Trophäe bei seinem Abschied nach acht Jahren als Erster in die Höhe stemmen.
Kimmich mahnt trotz Meisterfeier zur vollen Konzentration
Joshua Kimmich blickte trotz aller Feierlichkeiten bereits nach vorn. Der Nationalmannschaftskapitän lobte die Konstanz der Bayern über die Saison hinweg, betonte aber zugleich, dass das verpasste Champions-League-Ziel noch nachwirke. Für das Pokalfinale kündigte er einen voll fokussierten Auftritt an.
Kane trifft dreifach und holt wieder die Torjägerkanone
Harry Kane sorgte schon früh für beste Stimmung. Der englische Angreifer traf in der 10. Minute per Volley, legte nur drei Minuten später mit einem direkt verwandelten Freistoß nach und machte in der 69. Minute mit einem Distanzschuss seinen Dreierpack perfekt. Damit sicherte sich der 32-Jährige in seiner dritten Bundesliga-Saison erneut die Torjägerkanone – diesmal mit 36 Treffern. Bereits in den beiden Jahren zuvor war er mit 36 beziehungsweise 26 Toren bester Schütze der Liga gewesen.
Tom Bischof erhöhte in der 22. Minute auf 3:1, der eingewechselte Nicolas Jackson setzte in der 83. Minute den Schlusspunkt zum 5:1. Zudem scheiterten Jamal Musiala kurz vor der Pause und Lennart Karl nach dem Seitenwechsel jeweils am Pfosten. Mit nun 122 Saisontoren bauten die Münchner ihren Liga-Rekordwert weiter aus.
Köln verkürzt durch El Mala
Der bereits gerettete 1. FC Köln zeigte sich phasenweise mutig und kam zwischenzeitlich noch einmal heran. Nach einem Ballverlust von Musiala nutzte Said El Mala in der 18. Minute einen entschlossenen Solo-Lauf, blieb auch vor Manuel Neuer ruhig und schob den Ball platziert ins lange Eck zum 1:2. Vor dem Spiel hatten die Kölner dem neuen Meister zudem Spalier gestanden.
Junge Bayern-Spieler setzen starke Akzente
Kompany schonte am letzten Spieltag einige Kräfte und setzte nicht durchgehend auf jene Formation, die eine Woche später möglicherweise das Double holen soll. Dafür erhielten mehrere junge Spieler ihre Chance von Beginn an. Neben Goretzka standen auch Tom Bischof und Lennart Karl in der Startelf.
Vor allem Karl und Bischof wussten zu überzeugen. Der erst 18 Jahre alte Karl belebte die rechte Seite mit viel Tempo und bereitete das erste sowie das dritte Bayern-Tor stark vor. Bischof belohnte seinen engagierten Auftritt mit einem eigenen Treffer. Fünf Tage vor der Bekanntgabe des deutschen WM-Kaders durch Bundestrainer Julian Nagelsmann machten beide damit noch einmal deutlich auf sich aufmerksam. Auch Kölns El Mala hinterließ einen starken Eindruck.
Goretzka genießt sein Abschiedsspiel
Schon vor dem Anpfiff hatte Leon Goretzka betont, dass er den Tag vor allem genießen und noch einmal Spaß haben wolle. Für den 31 Jahre alten Nationalspieler, der den Rekordmeister nach acht Jahren voraussichtlich verlassen und wohl ins Ausland wechseln wird, ging dieser Wunsch in Erfüllung. In der 82. Minute wurde er unter lauten "Leon-Goretzka"-Rufen ausgewechselt.
Der emotionale Höhepunkt folgte jedoch erst später bei der Meisterehrung, als Neuer ihm die Schale übergab und Goretzka sie als Erster nach oben stemmen durfte.
Besondere Momente und mehrere Abschiede vor dem Anpfiff
Bereits vor dem Spiel war die Stimmung von Erinnerungen und Abschieden geprägt. Die ersten Münchner Champions-League-Sieger um Stefan Effenberg und Oliver Kahn präsentierten 25 Jahre nach dem ersten Triumph in der Königsklasse noch einmal den Henkelpott.
Außerdem verabschiedete die Bayern-Führung mit Goretzka, Raphaël Guerreiro und Nicolas Jackson mehrere feststehende Abgänge. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen sprach von verdienten Spielern, die den Verein verlassen werden.
Emotionaler Abschied auch für Schiedsrichter Aytekin
Nicht nur auf dem Platz gab es einen letzten Auftritt: Schiedsrichter Deniz Aytekin leitete seine letzte Bundesliga-Partie. Nach seinem 254. Einsatz beendete der 47-Jährige seine Laufbahn. Die Begegnung verlief fair und unaufgeregt, Aytekin kam ohne Videobeweis aus und zeigte nach dem Abpfiff sichtbar Emotionen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion