Fußball

Infantino will 2027 FIFA-Chef bleiben

Trotz massivem Druck: FIFA-Boss Infantino will 2027 erneut antreten – warum er jetzt nicht locker lässt.

06.09.2026, 14:18 Uhr

Der stark unter Druck stehende FIFA-Präsident Gianni Infantino will sich 2027 zur Wiederwahl stellen. Eine Sprecherin des Weltverbands bekräftigte, Infantino habe dies bereits im April angekündigt. An diesen Plänen habe sich nichts geändert. „Herr Infantino wird zur Wiederwahl antreten“, hieß es.

Vor der Eröffnung der U20-Weltmeisterschaft der Frauen in Polen hatte sich Infantino zu seiner Zukunft zunächst noch bedeckt gehalten. Auf die Frage, ob er definitiv wieder antreten werde, reagierte er in Katowice ausweichend, verließ lächelnd die Runde und zeigte dabei den Daumen nach oben. Anschließend verfolgte er das Eröffnungsspiel zwischen Polen und Argentinien, das die Gastgeberinnen mit 3:0 gewannen.

Zugleich hatte der FIFA-Chef erklärt, zu dem Thema werde es noch „viel zu sagen“ geben, aber am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt. Bereits einen Tag später folgte dann die offizielle Klarstellung des Weltverbands.

Nach Investorenplänen massiv unter Druck

Infantino steckt seit Monaten in der größten Krise seiner Amtszeit. Vor allem seine inzwischen zurückgenommenen Pläne, Investoren in künftige WM-Geschäfte einzubinden, hatten in der Fußball-Welt heftige Kritik ausgelöst.

Trotz des Rückzugs dieser Vorhaben bleibt der 56-Jährige umstritten. Die Europäische Fußball-Union UEFA will seine Wiederwahl beim FIFA-Kongress im kommenden März verhindern. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin zählt zu den schärfsten Kritikern Infantinos, will ihn nach eigenen Angaben aber nicht selbst herausfordern. Die Frist für Bewerbungen läuft bis zum 18. November. Infantino ist seit 2016 FIFA-Präsident.

UEFA bereitet Strafverfahren vor

Im Zusammenhang mit dem geplanten Investorendeal bereitet die UEFA ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung vor. Dabei geht es um den Vorwurf, Pflichten bei der Verwaltung fremder Vermögenswerte oder Geschäfte verletzt und dadurch einen finanziellen Schaden verursacht zu haben.

Eine Anklage gibt es bisher nicht. Infantino weist Rechtsverstöße zurück. Die FIFA schaltete ihrerseits zuletzt die US-Justiz ein und warf den Europäern eine „Verleumdungskampagne“ vor.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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