Uli Hoeneß kann sich eine Rückkehr von Manuel Neuer ins DFB-Tor bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft gut vorstellen. Der Ehrenpräsident des FC Bayern sagte beim Rathausbesuch zur Meisterfeier, er würde ein Comeback ausdrücklich begrüßen, falls Neuer selbst dazu bereit sei und auch Bundestrainer Julian Nagelsmann zustimme. Gleichzeitig äußerte er Mitgefühl für Oliver Baumann.
Hoeneß kritisiert späte Klärung
Im BR erklärte Hoeneß, ihn überrasche, dass die Torwartfrage nicht schon früher geklärt worden sei. Neuer selbst muss aktuell wegen muskulärer Probleme in der linken Wade pausieren. Die Beschwerden traten im Spiel gegen den 1. FC Köln auf. Im Interview sagte der 40-Jährige, er habe wegen leichter Wadenprobleme kein Risiko eingehen wollen. Zu seinen Chancen auf eine WM-Teilnahme wollte er sich nicht äußern.
Nagelsmann legt sich noch nicht fest
Julian Nagelsmann hatte zuletzt offen gelassen, ob Neuer für das Turnier doch noch einmal zur Nationalmannschaft zurückkehren könnte. Im ZDF-"Sportstudio" vermied der Bundestrainer wenige Tage vor der Bekanntgabe des 26-köpfigen Kaders jedoch eine klare Aussage. Oliver Baumann hatte nach dem letzten Bundesligaspiel der TSG Hoffenheim noch erklärt, er gehe davon aus, als Nummer eins zur WM zu reisen.
Hoeneß verwies in diesem Zusammenhang auf eine frühere Aussage von Oliver Kahn, wonach Torhüter möglichst früh wissen müssten, woran sie seien. Genau das sei im Fall Baumann oder Neuer nun kaum noch möglich. Für Baumann tue ihm die Situation leid, sagte Hoeneß. Er lobte ihn als sympathischen und starken Torhüter, der mit Hoffenheim eine sehr gute Saison gespielt habe. Vor allem hoffe er, dass die Diskussion nun nicht für zusätzliche Unruhe sorge.

Neuer bleibt Bayern erhalten
Erst am Freitag hatte Neuer seinen Vertrag beim FC Bayern bis Sommer 2027 verlängert. Zwischen der WM 2010 und der EM 2024 stand er bei allen großen Turnieren als deutsche Nummer eins im Tor. Nach der Heim-EM vor zwei Jahren beendete er seine Karriere in der Nationalmannschaft. Mit 124 Länderspielen ist er weiterhin deutscher Rekordtorhüter. Sein größter Erfolg im DFB-Trikot bleibt der WM-Titel von 2014 in Brasilien.
Einsatz im Pokalfinale offen
Ob Neuer im Pokalfinale spielen kann, ist nach Angaben von Hoeneß noch unklar und soll sich erst in den nächsten Tagen entscheiden. Beim 5:1 gegen Köln hatte der Keeper das Feld vorzeitig verlassen, um kein unnötiges Risiko einzugehen.
Am 21. Mai will Nagelsmann seinen WM-Kader verkünden. Hoeneß machte dabei deutlich, dass er mit einer Rückkehr Neuers kein Problem hätte. Im Gegenteil: Wenn Neuer selbst wolle, würde er sich darüber sehr freuen — auch im Sinne der Nationalmannschaft. Für Hoeneß steht fest: Neuer sei nach wie vor der Beste.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion