SPD kritisiert Audi-Chef wegen Auftritts bei Trump-Veranstaltung
Aus der SPD kommt scharfer Protest gegen den Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner im US-Wahlkampf von Präsident Donald Trump. Die SPD-Verkehrspolitikerin Isabel Cademartori bezeichnete den Vorgang als Unterstützung für einen Autokraten. Es sei beschämend – gerade mit Blick auf die Geschichte des VW-Konzerns, zu dem Audi gehört, erklärte sie am Sonntag in Berlin.
Hintergrund ist eine Veranstaltung am Vortag, bei der Trump den Bau eines Audi-Werks im Bundesstaat Georgia ankündigte. Döllner war dabei persönlich anwesend und bedankte sich bei Trump für dessen Unterstützung.
Cademartori warf dem Unternehmen vor, in Deutschland große Unsicherheit unter den Beschäftigten hinzunehmen, während zugleich Milliarden für ein neues Werk in den USA angekündigt würden. Besonders kritisch sei, dass dies in Georgia geschehe – einem politisch stark umkämpften Bundesstaat, der für die künftigen Mehrheiten im US-Senat eine wichtige Rolle spielen könne.
Kritik an Investitionen und politischer Wirkung
Nach Ansicht der SPD-Politikerin stützen Audi und der VW-Konzern damit Trumps Kurs, mit Hilfe eines Handelskonflikts Jobs aus Europa in die USA zu verlagern. Zugleich trügen sie indirekt dazu bei, dass unter seiner Präsidentschaft demokratische Standards weiter ausgehöhlt würden und Probleme wie Gewalt gegen Minderheiten und Korruption fortbestünden.
Cademartori, die auch Bundestagsabgeordnete und Co-Vorsitzende der SPD Baden-Württemberg ist, sprach von einem neuen Tiefpunkt für Volkswagen. Offener Wahlkampf für einen Autokraten, der wirtschaftlich gegen Deutschland vorgehe, sei nicht hinnehmbar.
Ihre Bemerkung zur Geschichte des VW-Konzerns führte sie nicht näher aus. Volkswagen wurde in der NS-Zeit gegründet und galt damals als Vorzeigeunternehmen des Regimes.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber