Politik

CDU-Vize bringt Aigner als Staatsoberhaupt ins Spiel

CSU pusht Ilse Aigner fürs Schloss Bellevue – doch warum schweigt die CDU? Jetzt äußert sich Kretschmer zur Personalie.

25.10.2026, 19:05 Uhr

Kretschmer sieht Ilse Aigner als geeignete Bundespräsidentin

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner für eine überzeugende Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. In der ARD-Sendung Bericht aus Berlin sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende, gefragt sei eine integre Persönlichkeit, die das Land einen und Deutschland nach außen würdig vertreten könne. Nach seiner Einschätzung treffe das auf Aigner zu. Zugleich betonte er, dass es auch weitere Frauen und Männer in Deutschland gebe, die für diese Aufgabe geeignet wären. Dennoch nannte er Aigner erneut eine „hervorragende Kandidatin“.

Die CSU wirbt seit Längerem dafür, Aigner als erste Frau an die Spitze des Staates zu bringen. Parteichef Markus Söder unterstrich diese Haltung erneut auf dem CSU-Parteitag. CDU-Chef Friedrich Merz ging in seiner Rede zwar nicht ausdrücklich auf die Personalie ein, begrüßte Aigner jedoch zu Beginn namentlich und erhielt dafür starken Applaus von den Delegierten.

Kretschmer spricht sich für eine Frau im höchsten Staatsamt aus

Die Wahl des neuen Staatsoberhaupts ist für den 30. Januar angesetzt. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren. Eine Frau hat das Amt der Bundespräsidentin in Deutschland bislang noch nie ausgeübt.

Kretschmer machte deutlich, dass es zwar keine Verpflichtung gebe, nun eine Frau zu wählen. Allerdings sei der Wunsch danach groß — und diesen teile er. Aus seiner Sicht sei die Zeit dafür gekommen.

Zugleich warb der Ministerpräsident für eine parteiübergreifende Verständigung auf eine gemeinsame Kandidatur von CDU, CSU und SPD, möglichst auch mit weiterer Unterstützung. Gespräche dazu sollten in Kürze beginnen. Innerhalb der CDU soll das Thema laut Kretschmer erstmals am 9. November in den zuständigen Gremien beraten werden.

Auch aus der SPD kommt Zuspruch für Aigner

Rückenwind erhält Aigner auch aus der SPD. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte bezeichnete sie im Bericht aus Berlin als sehr geeignete Bewerberin. Er hob ihre fachliche Kompetenz, ihr Auftreten sowie ihre empathische Grundhaltung hervor. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Initiative für eine Nominierung nicht bei der SPD liege. Nun seien die CDU und der Bundeskanzler gefragt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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