Fußball

Fürther Fans kochen: «Versager raus! Jetzt Neuanfang!»

Fürth rettet sich in letzter Sekunde – doch nach dem Relegations-Drama rechnen die Fans gnadenlos mit dem Klub ab.

27.05.2026, 05:58 Uhr

Die Anhänger der SpVgg Greuther Fürth waren nach dem gerade noch verhinderten Absturz zwar erleichtert, ihr Urteil über die enttäuschende Saison in der 2. Bundesliga fiel dennoch deutlich aus. Nach der erfolgreich überstandenen Relegation machten die Fans ihrem Ärger Luft. Auf einem Banner in der Kurve stand unmissverständlich: „Auf dem Platz und in den Gremien: Versager raus! Neuanfang jetzt!“. Zudem wurden immer wieder Rufe laut, die den Abschied von Geschäftsführer Holger Schwiewagner forderten.

Fürth bleibt durch das 2:0 im Rückspiel gegen Rot-Weiss Essen zwar in der 2. Liga. Doch bei dem Club, der die ewige Tabelle der Liga anführt und nach 29 Jahren beinahe in die 3. Liga abgerutscht wäre, steht ein Umbruch bevor. Ein weiteres Saisonfinale voller Angst soll es in Franken möglichst nicht mehr geben.

„Wir wissen, dass wir Hausaufgaben haben“

Trainer Heiko Vogel zeigte nach dem Klassenerhalt Verständnis für die Reaktionen der Anhänger. Der Coach wirkte nach der Rettung sichtlich bewegt und erklärte, er könne die Enttäuschung der Fans nachvollziehen. Zugleich betonte er, dass der Verein die Probleme erkannt habe. Nun seien intensive Analyse und viel Arbeit nötig, um die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Schon jetzt ist klar, dass Fürth zwei wichtige Offensivspieler verlieren wird. Noel Futkeu, der gegen Essen ebenso traf wie Branimir Hrgota, kehrt nach zwei Jahren zu Eintracht Frankfurt zurück. Kapitän Hrgota wiederum will nach sieben Jahren beim Kleeblatt eine neue Aufgabe annehmen. Beide Abgänge wiegen schwer.

Sommerpause mit großem Umbau

Vogel freute sich zwar sehr über die Tore im entscheidenden Spiel, räumte aber auch ein, dass ihn deren Bedeutung im Nachhinein besonders berührte. Schließlich waren es die letzten Treffer der beiden Angreifer im Fürther Trikot. Neben der Erleichterung über den Klassenerhalt sei deshalb auch Wehmut dabei gewesen.

In der Sommerpause wartet auf die SpVgg viel Arbeit. Der Kader soll verändert und neu zusammengestellt werden. Nach den erfolglosen Versuchen mit Leonhard Haas, Jan Siewert und Thomas Kleine hoffen die Verantwortlichen nun, mit Vogel endlich wieder auf eine langfristige Trainerlösung setzen zu können.

In der Nacht nach dem Erfolg wollten die Spieler allerdings zunächst nur feiern und den Druck der vergangenen Wochen loswerden. Vogel gab dafür grünes Licht. Seine klare Ansage: Die Mannschaft solle es ordentlich krachen lassen – das habe sie sich nach diesem nervenaufreibenden Saisonende verdient.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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