Fußball

Englands Liga-Boss: FIFA vor Selbstzerstörung?

Kurz vor dem Start geht der Premier-League-Boss auf Infantino los – und setzt jetzt auf einen „Kandidaten der Einheit“.

18.08.2026, 19:20 Uhr

Deutliche Kritik von Premier-League-Chef Masters an FIFA-Präsident Infantino

Premier-League-Geschäftsführer Richard Masters hat FIFA-Präsident Gianni Infantino scharf angegriffen und sich für ein Ende von dessen Amtszeit ausgesprochen. Auslöser seiner Kritik ist der inzwischen gescheiterte Vorstoß des Weltverbands, Anteile an künftigen Weltmeisterschaften an Investoren zu verkaufen. Gegenüber der BBC sagte Masters, die FIFA habe damit gewissermaßen den „Knopf zur Selbstzerstörung“ gedrückt.

Nach Ansicht von Masters müssen die Konsequenzen dieses Vorhabens nun bei allen weiteren Entscheidungen berücksichtigt werden. Grundsätzlich dürfe die FIFA aus seiner Sicht niemals darüber nachdenken, Teile der Weltmeisterschaft zu veräußern. Als gemeinnützige Organisation müsse sie das Turnier vielmehr treuhänderisch im Sinne der Zukunft des Fußballs verwalten.

Masters hofft auf einen „Kandidaten der Einheit“

Masters begrüßte deshalb auch die Entscheidung des englischen Fußballverbands FA, Infantino bei der FIFA-Wahl im März 2027 nicht zu unterstützen. Die FA habe damit gegenüber dem 56-Jährigen die richtige Position eingenommen. Infantino steht derzeit insbesondere in Europa, Asien sowie in Mittel- und Nordamerika deutlich in der Kritik.

Zugleich äußerte Masters den Wunsch, dass sich ein „Kandidat der Einheit“ finden möge, der Reformen innerhalb der FIFA anstoßen kann. Bislang gibt es noch keinen Herausforderer für Infantino, der seit 2016 an der Spitze des Weltverbands steht und erneut antreten will. Die Frist für Bewerbungen endet am 18. November.

Einem möglichen Gegenkandidaten gab Masters bereits eine klare Richtung vor: Eine solche Person müsse die Reform der FIFA ganz oben auf die Agenda setzen – womöglich sogar verbunden mit einer Neuausrichtung der Präsidentenrolle und ihres Zusammenspiels mit den übrigen Strukturen des Weltverbands.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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