Bayern

Drama in München: Schwerverletzter nach Schuss

Schüsse in Schwabing, Belgradstraße dicht, Tram lahm: Warum griff die Polizei zur Waffe? Die Hintergründe sind noch völlig offen.

18.08.2026, 18:42 Uhr

Polizeieinsatz in München-Schwabing: Mann nach Schuss aus Polizeiwaffe schwer verletzt

Im Münchner Stadtteil Schwabing ist ein Mann durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe schwer verletzt worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde der etwa 20 Jahre alte Mann in ein Krankenhaus gebracht. Die Ermittlungen zum genauen Ablauf des Geschehens stehen noch am Anfang.

Nach bisherigem Stand soll der Mann auf offener Straße mit einem pistolenähnlichen Gegenstand hantiert haben. Ein entsprechender Notruf ging laut Polizei gegen 17.15 Uhr ein. Eine Zeugin habe zudem einen Schuss gehört. Eine vorausgehende Straftat habe es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht gegeben.

Weil eine bewaffnete Person gemeldet worden war, rückte die Polizei mit mehreren Streifenwagen an. Wie ein Sprecher sagte, wird bei Hinweisen auf eine Person mit Waffe mit starken Kräften reagiert.

Die Beamten fanden den Mann demnach gegen 17.30 Uhr und sprachen ihn an. Dabei kam es zum Schusswaffengebrauch durch die Polizei. Warum geschossen wurde und wie sich die Situation genau entwickelte, ist nun Teil der Ermittlungen.

Der pistolenähnliche Gegenstand wurde sichergestellt. Ob es sich tatsächlich um eine echte Schusswaffe handelte, wird noch untersucht. Auch die Identität des Verletzten ist bislang nicht geklärt. Bei ihm sei kein Ausweisdokument gefunden worden, eine Identifizierung könne voraussichtlich bis Mittwoch dauern.

Die unmittelbar beteiligten Polizeikräfte werden nach Angaben der Polizei betreut. Der Bereich rund um die Ecke Clemensstraße/Belgradstraße war über Stunden weiträumig abgesperrt. Auch der Tramverkehr war betroffen, zudem kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Erst am späten Abend teilte die Polizei auf der Plattform X mit, dass die Maßnahmen vor Ort beendet und die Verkehrssperren aufgehoben worden seien.

Da es sich um eine belebte Gegend handelt, wurden Zeugen noch vor Ort befragt. Außerdem richtete die Polizei eine Zeugensammelstelle ein.

Inzwischen sind Ermittler der Kriminalpolizei, Spezialisten der Spurensicherung sowie Beamte des Bayerischen Landeskriminalamts am Einsatzort gewesen. Das LKA übernimmt in solchen Fällen routinemäßig die Ermittlungen und prüft, ob der Einsatz der Schusswaffe rechtmäßig war.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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