Nach den beiderseitigen Signalen, grundsätzlich zusammenarbeiten zu wollen, konkretisieren der Deutsche Fußball-Bund und Jürgen Klopp nun offenbar das weitere Vorgehen. Der DFB bereitet nach Verbandsangaben die nächsten Gespräche mit seinem bevorzugten Kandidaten für die Nachfolge von Julian Nagelsmann vor.
Wie aus dem Umfeld des Verbandes zu hören ist, wollen DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFL-Chef sowie DFB-Vize Hans-Joachim Watzke im Verlauf der kommenden Woche in die USA reisen. Dort soll es ein direktes Treffen mit Klopp geben, um über den vakanten Posten des Bundestrainers zu sprechen. Zuerst hatte die „Bild“ darüber berichtet.
Watzke und Klopp verbindet eine langjährige und erfolgreiche Zeit bei Borussia Dortmund, entsprechend eng ist der Kontakt zwischen beiden. Klopp ist derzeit bei der Fußball-WM in den USA noch als TV-Experte für MagentaTV im Einsatz und hat sein Quartier in New York bezogen. Deshalb gilt die Metropole als wahrscheinlicher Ort für das Gespräch mit der DFB-Spitze.
Welche Rolle spielt künftig Rudi Völler?
Nach dpa-Informationen hängt auch die künftige Rolle von Sportdirektor Rudi Völler in der sportlichen Führung der Nationalmannschaft von der Besetzung des Trainerpostens ab. Demnach könnte es zeitnah ebenfalls zu einem Austausch zwischen Völler und Klopp kommen. Völlers Vertrag beim DFB läuft noch bis zur EM 2028.
Nach der vorzeitigen Trennung von Nagelsmann hatte der DFB am Vortag erklärt, zunächst das Gespräch mit Klopp suchen zu wollen. Aus dem Verband hieß es, Klopp habe bereits grundsätzlich signalisiert, dass er sich die Übernahme des Amtes vorstellen könne.

Klopp sieht noch Klärungsbedarf
Klopp selbst bestätigte seine Bereitschaft, bremste aber Erwartungen an eine schnelle Einigung. Im Gespräch mit MagentaTV sagte er, er fühle sich wieder voll bereit für eine neue Aufgabe. Bis zu einer Unterschrift unter einen Vertrag mit dem DFB werde es allerdings noch etwas dauern.
Zunächst müsse er die vertragliche Situation mit Red Bull klären. Dort arbeitet Klopp als Head of Global Soccer, sein Vertrag läuft noch bis 2029. Deshalb dürfte auf den DFB im Fall einer Verpflichtung wohl auch eine Ablöse zukommen. Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff hält sich derzeit beim Formel-1-Wochenende in Silverstone auf.
Klopp stellte zudem klar, dass mögliche Verhandlungen mit dem DFB nicht nur Vertragsdetails betreffen würden. Aus seiner Sicht müsse auch grundsätzlich über die sportliche Zukunft des deutschen Fußballs gesprochen werden. Die aktuellen Schwierigkeiten seien nicht allein mit der Personalie Julian Nagelsmann zu erklären, betonte Klopp. Somit dürften die anstehenden Gespräche umfangreich und richtungsweisend werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber