Fußball

Bei St. Pauli reicht’s: Mainz schafft den Klassenerhalt!

Mainz rettet sich am Millerntor – und bei St. Pauli schrillen nach einem blassen Auftritt plötzlich die Alarmglocken.

03.05.2026, 17:27 Uhr

Der FSV Mainz 05 hat mit einem 2:1-Auswärtssieg beim FC St. Pauli den Klassenverbleib in der Bundesliga vorzeitig perfekt gemacht. Für die Rheinhessen ist es die 18. Saison in Serie im deutschen Oberhaus. Während Mainz nach dem Schlusspfiff mit Trainer Urs Fischer jubelte, wachsen bei den Hamburgern nach der nächsten Enttäuschung die Sorgen im Abstiegskampf weiter.

Vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor sorgten Phillip Tietz (6.) und Phillipp Mwene (40.) schon vor der Pause für die verdiente Führung der Gäste. Der späte Treffer von Abdoulie Ceesay (87.) kam für St. Pauli zu spät.

"Ich glaube, wir haben eine super schöne Rückrunde gespielt", sagte Tietz bei DAZN. "Heute feiern wir schön." Auch Mwene zeigte sich zufrieden, meinte aber zugleich, er hätte "noch ein, zwei Tore mehr machen können". Auf die Reeperbahn gehe es nicht, gefeiert werde aber auf der Rückfahrt.

St. Pauli dagegen bot über weite Strecken einen erschreckend schwachen Auftritt: kraftlos, ideenlos und kaum konkurrenzfähig. Zur Halbzeit quittierten die eigenen Fans die Leistung mit Pfiffen. Seit inzwischen acht Spielen wartet der Kiez-Club auf einen Sieg und muss mehr denn je um den Ligaverbleib bangen.

Smith bei Startelf-Comeback sofort im Fokus

Mainz-Trainer Urs Fischer hatte vor der Partie noch ein enges Spiel erwartet. Schließlich hatte der FSV aus den vorangegangenen Begegnungen nur einen Punkt geholt. Im Norden trat seine Mannschaft aber von Beginn an deutlich wacher und zielstrebiger auf.

Bei St. Pauli stand Eric Smith nach seinem Comeback wieder in der Startelf. Doch ausgerechnet beim frühen Rückstand geriet der Schwede direkt in den Mittelpunkt. Mainz störte eine Passfolge zwischen Smith und Hauke Wahl, Sheraldo Becker eroberte den Ball und legte für Tietz auf, der flach zur Führung einschob.

Die Hamburger Defensive machte dabei keine gute Figur. Blessin brachte den Frust seiner Mannschaftslage auf den Punkt: "Was uns gerade killt, ist das Momentum." Wahl sagte später offen: "Wir haben verdient verloren" und räumte zur Entstehung des 0:1 ein, er hätte den Ball einfach zurückspielen müssen.

St. Pauli in der ersten Halbzeit harmlos

Nach dem frühen Gegentor fand die Mannschaft von Alexander Blessin kaum ins Spiel. Im Offensivspiel fehlten Tempo, Präzision und Durchschlagskraft. Immer wieder unterliefen den Hamburgern einfache Fehler und unnötige Ballverluste.

Mainz blieb das klar bessere Team und hätte nach rund einer halben Stunde beinahe nachgelegt. Nach einem weiteren schweren Patzer der Gastgeber kam Nadiem Amiri zum Abschluss, doch St. Pauli konnte in höchster Not klären.

Mainz nutzt die Unsicherheit konsequent aus

Kurz vor der Pause machten es die Gäste dann besser. Nach einem langen Ball behauptete Tietz stark das Leder und spielte weiter auf Silvan Widmer, der auf der rechten Seite viel zu viel Platz hatte. Der Mainzer Kapitän legte im Strafraum quer zurück, wo Mwene problemlos zum 2:0 einschieben konnte. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt absolut verdient.

Blessin reagierte zur zweiten Halbzeit mit zwei Wechseln, doch eine spürbare Verbesserung blieb aus. St. Pauli kam weiterhin nicht auf Augenhöhe. Mainz blieb gefährlich und hätte durch Becker sogar noch erhöhen können, doch Nikola Vasilj rettete stark per Fußabwehr nach einem Kopfball.

Danach überließen die Gäste den Hamburgern häufiger den Ball, wirklich nutzen konnte St. Pauli das jedoch nicht. Selbst eine vielversprechende Kontersituation mit zwei Angreifern gegen nur einen Mainzer Verteidiger blieb ohne Ertrag. Erst kurz vor Schluss traf Ceesay zum 1:2.

An der nächsten bitteren Niederlage änderte das nichts mehr. Während Blessin an der Seitenlinie noch heftig reklamierte und mehr Nachspielzeit forderte, blieb der Schiedsrichter bei der angezeigten Dauer. Hauke Wahl brachte das Grundproblem seines Teams anschließend knapp auf den Punkt: "Uns fehlt halt das erste Tor."

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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