Politik

US-Abzug: Wehrbeauftragter fordert heiklen Ausgleich

US-Abzug aus Deutschland: Droht jetzt eine gefährliche Lücke in der Verteidigung? Otte fordert schnelles Handeln.

03.05.2026, 17:03 Uhr

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Henning Otte, hat mit Blick auf den angekündigten Abzug von US-Truppen aus Deutschland Ausgleichsmaßnahmen gefordert. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ erklärte der CDU-Politiker, der Rückzug amerikanischer Kampfeinheiten sende ein negatives Signal für die deutsche Verteidigungsbereitschaft. Die entstehende Schwächung müsse daher aufgefangen werden.

Otte sprach von einer entstehenden Lücke in der deutschen Verteidigungsstruktur. Daraus ergebe sich für Deutschland mehr denn je die Notwendigkeit, die eigenen militärischen Fähigkeiten rasch auszubauen. Zugleich bedeute der Schritt aus seiner Sicht für die USA, dass sie auf eine für sie günstige Infrastruktur sowie auf breite Unterstützung in der Gesellschaft verzichteten.

Unklarheit über das tatsächliche Ausmaß

Wie umfangreich der geplante Abzug tatsächlich ausfallen wird, ist weiterhin offen. Das US-Verteidigungsministerium hatte am Freitag mitgeteilt, dass innerhalb der kommenden sechs bis zwölf Monate 5.000 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland abgezogen werden sollen. US-Präsident Donald Trump deutete anschließend jedoch an, dass die Reduzierung deutlich über diese Zahl hinausgehen könne.

Nach Angaben des US-Militärs sind derzeit rund 39.000 amerikanische Soldaten in Deutschland stationiert. Mehrere wichtige Standorte befinden sich vor allem im Süden und Südwesten der Bundesrepublik. Zu den strategisch bedeutendsten Einrichtungen zählt die Air Base Ramstein in Rheinland-Pfalz. Die Zahl der in Deutschland stationierten US-Kräfte schwankt regelmäßig, unter anderem wegen Truppenrotationen und Militärübungen.

Das Pentagon betonte, der geplante Abzug sei Teil einer allgemeinen Überprüfung der amerikanischen Truppenpräsenz in Europa. Welche Standorte und Einheiten konkret betroffen sein werden, ist bislang nicht offiziell bekannt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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