Florian Lipowitz kommt seiner Bestform für die Tour de France weiter näher, auch wenn Tadej Pogacar bei der Tour de Romandie noch außer Reichweite blieb. Der 25 Jahre alte deutsche Radprofi beendete die Rundfahrt in der Westschweiz ebenso wie die abschließende Etappe auf Rang zwei hinter dem slowenischen Weltmeister.
Starke Attacken am Schlussanstieg
Auf der fünften und letzten Etappe suchte Lipowitz bei der Bergankunft in Leysin wiederholt die Entscheidung. Auf den mehr als 14 Kilometern des Schlussanstiegs griff er mehrfach an, konnte Pogacar aber nicht entscheidend distanzieren. Nach 178,2 Kilometern holte sich der Slowene, der erstmals bei der Rundfahrt in der Westschweiz am Start war, bereits seinen vierten Etappensieg.
„Auf den letzten fünf Kilometern gab es nichts mehr zu verlieren. Deshalb habe ich attackiert und war mit Pogi allein. Im Sprint habe ich dann alles probiert“, sagte Lipowitz. „Ich kann sehr glücklich und stolz sein, wie die Woche lief.“
Auch Pogacar lobte seinen deutschen Rivalen: „Das war ein harter Tag. Florian hat zuerst attackiert und einen richtig guten Job gemacht. Er hat den Sprint recht früh eröffnet und das war ein Kampf bis zur Ziellinie.“
Formkurve zeigt klar nach oben
In der Gesamtwertung fehlten Lipowitz am Ende 42 Sekunden auf Pogacar. Den drittplatzierten Franzosen Lenny Martinez hielt der Red-Bull-Profi dagegen deutlich auf Distanz und lag 2:02 Minuten vor dem Kletterspezialisten.
Nach Rang drei bei der Katalonien-Rundfahrt und Platz zwei im Baskenland stand Lipowitz damit bereits bei seiner dritten Rundfahrt in dieser Saison auf dem Podium.
Mit Blick auf die Tour de France ist diese Entwicklung besonders ermutigend. Im Frühjahr hatte Lipowitz noch mit Infekten zu kämpfen und war trotz guter Ergebnisse noch nicht auf dem Niveau, das er anstrebte. In der Romandie wirkte er nun deutlich stabiler und gefestigter.
Nächste Schritte Richtung Tour de France
Als Nächstes steht wieder Training an. Ab Mitte Mai geht es für Lipowitz für fast drei Wochen ins Höhentrainingslager in die Sierra Nevada, das er bereits im Winter als sein wichtigstes Camp bezeichnet hatte. Danach ist mit der Slowenien-Rundfahrt vom 17. bis 21. Juni nur noch ein Rennen geplant, ehe am 4. Juli in Barcelona die Tour de France beginnt.
Dort soll sich Lipowitz die Kapitänsrolle eigentlich mit Olympiasieger Remco Evenepoel teilen. Die bisherigen Leistungen des Belgiers nähren allerdings Zweifel, ob er in den Bergen mit Lipowitz und den weiteren Favoriten mithalten kann. Bei der Frankreich-Rundfahrt stehen insgesamt fünf Bergankünfte auf dem Programm.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion