Fußball

Bayerns Fußballerinnen enteilen allen

Bayerns Frauen marschieren weiter – und senden zum Start ein klares Signal. Gibt es überhaupt jemanden, der sie stoppt?

22.08.2026, 06:02 Uhr

Pernille Harder wirkte die Frage nach der Konkurrenz in der Frauen-Bundesliga sichtlich unangenehm. Von fehlender Konkurrenz wollte die Dänin nach dem 4:1 des FC Bayern München zum Auftakt beim 1. FC Union Berlin nichts wissen. Andere Teams dürften durchaus hoffen und sich Ziele setzen, sagte sie nach der Partie in der Alten Försterei – nicht überheblich, eher fast beschwichtigend.

Dabei lieferte der Titelverteidiger gleich zum Start den nächsten Beleg seiner Vormachtstellung. Die Münchnerinnen meisterten die als knifflig eingeschätzte Auswärtshürde in Berlin über weite Strecken souverän. Harder betonte dennoch pflichtbewusst, wie schwer die Liga zu gewinnen sei und dass man sich jede Partie neu erarbeiten müsse.

Mit Gwinn und Oberdorf fehlen noch wichtige Kräfte

Nach dem deutlichen Erfolg bei den ambitionierten Berlinerinnen scheint die ohnehin kleine Hoffnung auf einen wirklich offenen Titelkampf weiter geschrumpft. Union wird im deutschen Frauenfußball als spannendes Projekt mit viel Potenzial gesehen. Schon eine Woche zuvor hatten die Bayern im Supercup den VfL Wolfsburg, den wohl stärksten Herausforderer, klar mit 3:0 besiegt. Dazu kommt: Mit Giulia Gwinn und Lena Oberdorf stehen noch zwei Topspielerinnen nicht zur Verfügung.

Trainer José Barcala schlug nach dem gelungenen Auftakt ähnliche Töne an wie seine Spielerinnen. Der Spanier hob hervor, wie ehrgeizig sein Team sei und dass man weiter daran arbeite, sich zu verbessern. Für die Konkurrenz dürfte genau das wie eine Warnung klingen.

1. FC Union Berlin - Bayern München
Bayern-Coach Barcala sieht noch Verbesserungspotenzial bei den Münchnerinnen. Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Ganz fehlerfrei war der Münchner Auftritt allerdings nicht. Es gab Phasen, in denen das Team nicht sein höchstes Niveau erreichte. Vor allem zu Beginn und gegen Ende der Partie boten sich Räume, die ein abgezockterer Gegner womöglich konsequenter genutzt hätte als die jungen und mutigen Berlinerinnen.

Wück sieht Bayern klar voraus

Klara Bühl brachte das Spiel mit einem sehenswerten Freistoß in die gewünschte Richtung. Barcala erklärte später, seinem Team habe zunächst die Kontrolle gefehlt, der Treffer habe dann für mehr Ruhe gesorgt. Bühl machte zugleich deutlich, dass Bayern nicht regelmäßig erst über Standards in die Partie finden wolle.

Als nächster Gegner wartet Aufsteiger Mainz 05. Bundestrainer Christian Wück brachte die Kräfteverhältnisse im Magenta-Interview knapp auf den Punkt: Dass Bayern in einer eigenen Kategorie unterwegs sei, wisse inzwischen jeder.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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