Fußball

Platzsturm im Derby! So wirft der FCK Waldhof raus

Platzsturm, Böller, Abbruch-Angst: Dieses Derby stand vor dem Kollaps – bis Kaiserslautern in letzter Sekunde zuschlug.

21.08.2026, 21:15 Uhr

Tumulte überschatten Kaiserslauterns Pokal-Weiterkommen in Mannheim

Der 1. FC Kaiserslautern hat in der ersten Runde des DFB-Pokals beim SV Waldhof Mannheim einen späten 1:0-Sieg nach Verlängerung gefeiert. Überschattet wurde das Südwest-Derby jedoch von chaotischen Szenen, einem Platzsturm und einem Polizeieinsatz samt berittener Kräfte auf dem Spielfeld.

Nach dem Ende der regulären Spielzeit mussten Polizei und Reiterstaffel eingreifen, um die Lage rund um den Rasen wieder zu beruhigen. Zeitweise stand sogar ein Abbruch der Partie im Raum. Den Siegtreffer für den Zweitligisten erzielte Ibrahim Kanaté erst in der 120. Minute – unmittelbar vor einem möglichen Elfmeterschießen.

Beiden Vereinen drohen Strafen

Nach den Vorfällen müssen beide Clubs mit empfindlichen Sanktionen des Deutschen Fußball-Bundes rechnen. Schiedsrichter Robert Schröder kündigte bei Sky an, dass der Sonderbericht entsprechend umfangreich ausfallen werde.

Kaiserslauterns Geschäftsführer Thomas Hengen verurteilte die Eskalation deutlich. Die Emotionen in einem Derby seien zwar groß, sagte der Ex-Profi, dennoch dürfe die Lage nicht derart ausarten. Das schade allen Beteiligten und dem Fußball insgesamt. Zugleich hob er hervor, dass das Eingreifen der Polizei und das besonnene Handeln des Schiedsrichterteams mitentscheidend dafür gewesen seien, dass die Begegnung nicht abgebrochen wurde. Auf dem Platz selbst sei es aus seiner Sicht ein faires Derby gewesen.

Auch Mannheims Geschäftsführer Gerhard Zuber zeigte sich alarmiert. Spätestens wenn Raketen in den Familienblock flögen, sei für ihn eine Grenze überschritten. In so einem Fall müsse man konsequent sein und auch einen Abbruch in Betracht ziehen.

Hitzige Stimmung auf den Rängen

Die Rivalität zwischen beiden Fanlagern reicht bis in die frühen 1980er Jahre zurück und war auch diesmal deutlich zu spüren. Auf den Tribünen herrschte von Beginn an eine aufgeheizte Atmosphäre mit Pyrotechnik, Feuerwerkskörpern und aufwendigen Choreografien. Schon wenige Minuten nach dem Anpfiff unterbrach Schiedsrichter Robert Schröder die Begegnung erstmals wegen Pyrotechnik aus dem Gästeblock.

Auch aus dem Mannheimer Lager flogen Gegenstände in Richtung von FCK-Torhüter Julian Krahl, zudem wurden weitere Feuerwerkskörper gezündet. Erst nachdem der Rauch sich verzogen hatte, konnte die Partie fortgesetzt werden.

Mannheim zunächst mit den besseren Chancen

Sportlich entwickelte sich zunächst ein intensives Spiel. Kaiserslautern hatte zwar mehr Ballbesitz und Kontrolle, doch die gefährlicheren Aktionen gehörten anfangs den Gastgebern. Kushtrim Asallari vergab in der 12. Minute aus kurzer Distanz, später scheiterte auch Julian Rieckmann. Erst kurz vor der Pause erhöhte der FCK den Druck, blieb im Abschluss aber ohne Erfolg.

Zweite Halbzeit verspätet angepfiffen

Auch nach dem Seitenwechsel sorgte Pyrotechnik erneut für Probleme. Der Beginn der zweiten Halbzeit verzögerte sich deshalb. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mannheim verlief der Einsatz rund um das Carl-Benz-Stadion bis zu den Vorfällen nach Ende der regulären Spielzeit dennoch weitgehend positiv und ohne größere Zwischenfälle.

Verlängerung erst nach massivem Polizeieinsatz

Im Stadion selbst spitzte sich die Lage später jedoch deutlich zu. Nach einer Rudelbildung auf dem Feld in der Nähe des Mannheimer Blocks und weiteren Feuerwerkskörpern aus dem Kaiserslauterer Block in Richtung Sitzplatztribüne sowie in Richtung Spieler und Einsatzkräfte stand die Fortsetzung der Partie auf der Kippe.

Als Mannheimer Fans versuchten, das Feld zu stürmen, griff die Polizei massiv ein. Der komplette Mannheim-Block wurde anschließend abgeriegelt. Schröder schickte beide Mannschaften in die Kabinen. Erst nach knapp 30 Minuten Verzögerung wurde die Verlängerung doch noch angepfiffen. Bei weiteren Ausschreitungen hätte das Spiel abgebrochen werden können.

Am Ende sorgte Kanaté mit seinem Treffer in letzter Minute der Verlängerung dafür, dass Kaiserslautern trotz aller Nebengeräusche in die nächste Pokalrunde einzog.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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