Fußball

Bayern zu stark: Jetzt droht Wolfsburg das Endspiel

Wolfsburg verpasst den Bayern-Coup – jetzt wartet auf dem Kiez ein nervenaufreibendes Endspiel um alles.

09.05.2026, 20:25 Uhr

Drei Tage nach dem geplatzten Traum vom Champions-League-Titel hat der FC Bayern München dem VfL Wolfsburg keinen Überraschungserfolg im Abstiegskampf erlaubt. Der deutsche Meister setzte sich beim VW-Club mit 1:0 (0:0) durch. Damit kommt es für Wolfsburg am letzten Bundesliga-Spieltag zum direkten Showdown mit dem punktgleichen FC St. Pauli um den Relegationsrang.

Die Hamburger hatten zuvor bei RB Leipzig mit 1:2 verloren. Beide Teams gehen somit mit 26 Punkten in das Saisonfinale am kommenden Samstag am Millerntor. Durch die Niederlagen von St. Pauli und Wolfsburg ist der Klassenerhalt von Werder Bremen und dem 1. FC Köln bereits gesichert.

Hecking sieht seine Mannschaft bestätigt

Vor 28.917 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen-Arena zeigte Wolfsburg über weite Strecken eine seiner stärksten Saisonleistungen. Für Zählbares gegen den Rekordmeister reichte es dennoch nicht. Michael Olise erzielte in der 56. Minute den entscheidenden Treffer für die Münchner, die nach dem Aus in der Königsklasse gegen Paris Saint-Germain nun das Double aus der bereits gesicherten Meisterschaft und dem DFB-Pokal ins Visier nehmen.

Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking lobte den Auftritt seines Teams trotz der Niederlage. Seine Mannschaft habe an sich geglaubt, mit hoher Intensität gespielt und die Ordnung gehalten. An der Ausgangslage ändere das Ergebnis nichts, betonte er. Ob unentschieden oder verloren – die Situation bleibe dieselbe. Das Gefühl nach dem Spiel sei dennoch gut, weil die Mannschaft in den vergangenen Wochen gezeigt habe, zu solchen Leistungen fähig zu sein.

Auch Bayern-Coach Vincent Kompany sah nach der Pause eine klare Steigerung. Seine Mannschaft habe gut begonnen, dann aber etwas die Geduld verloren. In der zweiten Halbzeit sei vieles besser gewesen, was vor allem mit dem Ballbesitz zusammengehangen habe.

Bayern mit Rotation, aber nicht komplett umgebaut

Kompany veränderte seine Elf nach dem bitteren Europapokal-Aus wie erwartet deutlich, verzichtete aber auf einen kompletten Austausch der Startformation. Mit Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Michael Olise und Harry Kane standen weiterhin mehrere Stars von Beginn an auf dem Platz.

Bei Wolfsburg fiel vor allem das Fehlen von Mohammed Amoura ins Auge. Der Offensivspieler wurde bereits zum zweiten Mal in dieser Saison aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen. Nach einem Vorfall im Training fehlten neben dem algerischen Angreifer auch Mittelfeldspieler Kevin Paredes.

Hecking machte vor der Partie deutlich, dass es in der aktuellen Lage keinen Spielraum bei der Disziplin gebe. Wenn diese fehle, müsse man mit den Konsequenzen leben – und die übrigen Spieler müssten das auffangen.

Wolfsburg vergibt mehrere gute Chancen

Genau das gelang den Gastgebern zunächst auch. Der VfL spielte eine starke erste Halbzeit und kam gegen müde und zeitweise unkonzentriert wirkende Bayern zu mehreren guten Möglichkeiten. Schon in der 7. Minute prüfte Vinicius Souza den erneut für Manuel Neuer im Tor stehenden Jonas Urbig.

Weitere Chancen folgten durch Patrick Wimmer (28.) sowie Denis Vavro und Christian Eriksen (38.). Doch auch die Münchner wurden in einer unterhaltsamen ersten Hälfte gefährlich. Tom Bischof traf in der 19. Minute nur die Latte. Kurz darauf bekam Bayern nach einem Foul an Olise im Strafraum einen Elfmeter zugesprochen.

Kane scheitert erstmals in der Bundesliga vom Punkt

Eigentlich eine sichere Sache: Harry Kane hatte in der Bundesliga bis dahin noch keinen Strafstoß vergeben. Doch diesmal misslang ihm sein 25. Elfmeter im deutschen Oberhaus. Der Engländer rutschte beim Anlauf leicht weg und setzte den Ball über das Tor.

Nach der Pause übernahm Bayern dann klar die Kontrolle. Wolfsburg zog sich weit zurück und kam kaum noch zu Entlastungsangriffen. Rund zehn Minuten nach Wiederbeginn fiel die Führung für den Meister: Olise traf mit einem sehenswerten Schlenzer in den Winkel.

In der Folge hatten die Münchner die Partie im Griff und ließen weitere Chancen auf das 2:0 liegen. Kane (61.), Musiala (64.) und erneut Olise (72.) hätten erhöhen können. Fast hätte Wolfsburg kurz vor Schluss dennoch noch einen Punkt mitgenommen, doch Mattias Svanberg traf in der 89. Minute nur den Pfosten.

Damit steht für den VfL nun ein echtes Endspiel an: In einer Woche geht es darum, den erstmaligen Abstieg aus der Bundesliga zu verhindern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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