BVB wertet Remis in München als Beleg für starke Moral
Bei Borussia Dortmund ist das 2:2 im Bundesliga-Spitzenspiel beim FC Bayern München als Ausdruck einer gewachsenen Mentalität bewertet worden. Nachdem den BVB in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen über seine Widerstandsfähigkeit begleitet hatten, sahen Verantwortliche und Spieler in diesem Auftritt ein deutliches Signal.
Sport-Geschäftsführer Lars Ricken zeigte sich nach dem hart erkämpften Punkt zufrieden. Besonders imponiert habe ihm, dass die Mannschaft sich zu keinem Zeitpunkt aufgegeben habe. Inzwischen sei Dortmund ein Gegner, gegen den zu spielen über längere Zeit sehr unangenehm geworden sei. Das habe sich das Team erarbeitet. Auch für die Fans sei der Zähler in München etwas Besonderes gewesen – für viele habe sich die Heimreise wohl fast wie nach einem Sieg angefühlt.
Mit nun jeweils 18 Punkten bleiben die beiden Rivalen in der Tabelle weiter gleichauf an der Spitze. Trainer Niko Kovac hob hervor, dass ein Punktgewinn in München keineswegs selbstverständlich sei. Im Vergleich zur vergangenen Saison habe sein Team damit bereits mehr geholt, nachdem Dortmund damals beide Ligapartien gegen die Bayern verloren hatte.
Kovac hebt Einsatz und Comeback-Qualitäten hervor
Der Dortmunder Coach lobte vor allem den Charakter seiner Mannschaft. Von der ersten bis zur letzten Minute habe das Team an sich geglaubt, leidenschaftlich verteidigt und großen Einsatz gezeigt. Besonders wichtig sei für ihn gewesen, dass Dortmund nach zwei Rückständen jeweils wieder zurückkam. Die Treffer erzielten Serhou Guirassy und der eingewechselte Fabio Silva.

Für Kovac ist das ein Hinweis auf die Energie und Widerstandskraft seiner Mannschaft. Mit Blick auf die Saison wollte er den Auftritt beim deutschen Meister allerdings nicht überbewerten. Nach acht Spieltagen sei die Tabelle noch nicht entscheidend. Für ihn stehe im Vordergrund, dass sich die Mannschaft Schritt für Schritt weiterentwickle – und genau das erkenne er derzeit.
Schlotterbeck: Mit Respekt, aber ohne Angst
Auch Kapitän Nico Schlotterbeck sah in dem Auftritt einen Fortschritt. Der Innenverteidiger bescheinigte seiner Mannschaft ein gutes Spiel und betonte, dass Dortmund diesmal mit viel Selbstvertrauen aufgetreten sei. Anders als in manch früheren Duellen habe man die Bayern zwar respektiert, sei aber nicht ehrfürchtig gewesen.
Das späte 2:2 durch Fabio Silva in der 89. Minute bezeichnete Schlotterbeck als verdienten Lohn für den Auftritt. Ein Punkt in München sei auf jeden Fall wertvoll. Zwar sei noch längst nicht alles perfekt, sagte er, doch die Entwicklung stimme. Nun gehe es darum, diesen Weg konsequent weiterzugehen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber