Als Manuel Baum nach dem 3:1 des FC Augsburg gegen Borussia Mönchengladbach vor die Fankurve trat, war ihm die Freude deutlich anzusehen. Der Trainer sprach im Anschluss von einem Moment großen Glücks und sagte, er habe sich genau so eine Szene schon vor dem Anpfiff vorgestellt. Einen Gedanken habe er dabei nach eigener Aussage jedoch nicht gehabt: dass es womöglich sein letzter Auftritt als FCA-Coach im eigenen Stadion gewesen sein könnte.
Baum betonte, diese Möglichkeit habe ihn überhaupt nicht beschäftigt. Ob der 46-Jährige über die Saison hinaus Cheftrainer bleibt, ist weiterhin unklar. Nachdem er Anfang Dezember zunächst als Übergangslösung übernommen und später bis zum Saisonende verlängert worden war, wollen die Verantwortlichen erst nach dem letzten Spieltag das Gespräch mit ihm suchen.
Baum sammelte viele Argumente für einen Verbleib
Für eine weitere Zusammenarbeit hat Baum in den vergangenen Monaten reichlich Eigenwerbung betrieben. Zunächst brachte er Stabilität in eine Mannschaft, die unter seinem Vorgänger Sandro Wagner offenbar nicht den richtigen Zugang zu dessen Ideen gefunden hatte. Danach folgten die Ergebnisse: Augsburg sicherte sich den Klassenverbleib frühzeitig und sorgte mit Siegen in München und Leverkusen auch auswärts für Aufsehen.
Robin Fellhauer erklärte den aktuellen Erfolg mit einer bewusst einfachen Herangehensweise. Augsburg spiele schnell durch das Mittelfeld, konzentriere sich stark auf zweite Bälle, trete dort aggressiv auf und sei vor dem Tor sehr effizient. Hinzu komme eine stabile Defensive, die nur wenig zulasse. Der Lohn: Der FCA ist seit sechs Partien ungeschlagen.

Entscheidung soll nach dem Saisonende fallen
Für den Verein ist die Situation nicht ganz einfach. Einerseits trennt man sich nicht leichtfertig von einem Trainer, der die Mannschaft im Saisonendspurt sogar in die Nähe der Europacup-Ränge geführt hat. Andererseits ist Baum eigentlich für den Bereich Entwicklung und Fußballinnovation zuständig, also für strategische und langfristige Themen. Aus dem Klubumfeld ist zu hören, dass er dort ebenfalls wertvolle Arbeit leistet. Beides gleichzeitig wird auf Dauer kaum möglich sein.
Sportdirektor Benni Weber machte deutlich, dass der FCA die Entscheidung nicht unnötig hinauszögern will. Zunächst steht am kommenden Samstag um 15.30 Uhr das letzte Saisonspiel bei Union Berlin an. Direkt am Tag danach soll es in Augsburg ein Treffen mit Baum geben. Danach könnte die Trainerfrage zügig geklärt werden.
Weber verriet zudem, dass sich bereits mögliche Kandidaten aus eigenem Antrieb beim FCA gemeldet hätten. Das gelte sowohl für den Posten des Cheftrainers als auch für Baums bisherige Rolle als Entwicklungschef, die seit rund einem halben Jahr vakant ist.
Mannschaft positioniert sich klar
Innerhalb des Teams scheint die Meinung eindeutig zu sein. Beim 3:1 gegen Gladbach zählte Mert Kömür mit zwei Vorlagen zu den auffälligsten Spielern, ebenso wie die Torschützen Michael Gregoritsch, der in der 24. und 72. Minute traf, und Robin Fellhauer. Auf die Frage, ob Baum Trainer bleiben solle, antwortete Kömür knapp und eindeutig: natürlich. Erfolg spreche schließlich für sich. Ganz so simpel ist die Entscheidung für den FCA am Ende aber wohl doch nicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion