Leverkusen verpasst die Champions League und muss in die Europa League
Nur zwei Jahre nach dem überraschenden Meistertitel unter Xabi Alonso spielt Bayer Leverkusen in der kommenden Saison nur in der Europa League. Die Mannschaft von Kasper Hjulmand kam am letzten Bundesliga-Spieltag gegen den Hamburger SV nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und schließt eine wechselhafte Saison damit auf Rang sechs ab.
Entscheidend war das Remis allerdings nicht allein. Den womöglich entscheidenden Rückschlag hatte sich die Werkself bereits eine Woche zuvor mit dem 1:3 in Stuttgart eingehandelt. In Leverkusen brachte Fabio Vieira die Hamburger in der 61. Minute mit einem sehenswerten Treffer in Führung. Der HSV war schon vor dem Saisonfinale gerettet. Bayer rettete durch einen späten Ausgleich noch einen Punkt: Nach einem Kopfball von Jarell Quansah lenkte Nicolai Remberg den Ball in der 78. Minute ins eigene Netz.
Schick scheitert vom Punkt
Wie so oft in dieser Saison ließ Leverkusen eine große Gelegenheit ungenutzt. Patrik Schick vergab in der 25. Minute einen Foulelfmeter, HSV-Torwart Sander Tangvik parierte. Zwar steht der Angreifer in dieser Spielzeit bei 16 Toren, an die starke Form der vergangenen Jahre konnte er – wie viele seiner Teamkollegen – aber nicht anknüpfen.
Für Hjulmand könnte es der letzte Auftritt als Leverkusener Trainer gewesen sein. Nach dem schwierigen Saisonstart unter Erik ten Hag hatte der Däne das Team im Herbst zwar stabilisiert, nach der Winterpause blieb die erhoffte Entwicklung jedoch aus. Das Verpassen der Champions League dürfte den Verantwortlichen um Geschäftsführer Simon Rolfes kaum genügen.

Hjulmand weicht Gerüchten aus
Schon vor dem Anpfiff war klar, dass Leverkusen auf Schützenhilfe angewiesen sein würde. Neben einem eigenen Sieg brauchte Bayer auch passende Ergebnisse auf anderen Plätzen – unter anderem Heimsiege von Borussia Mönchengladbach gegen Hoffenheim und von Eintracht Frankfurt gegen Stuttgart. Die Ausgangslage war also alles andere als ideal.
Auch Hjulmands Zukunft schien offen. Obwohl sein Vertrag noch bis 2027 läuft, wollte sich der Trainer vor dem Spiel nicht auf Spekulationen einlassen. Bei Sky sagte er, die Gerüchte seien für ihn nicht wichtig, er lese so etwas nicht und es gebe nichts Neues. Bereits bei der Pressekonferenz am Freitag hatten seine Aussagen Raum für Interpretationen gelassen.
Torhüter prägen die Partie
Vor allem die beiden Keeper rückten in den Mittelpunkt. HSV-Ersatztorwart Tangvik überzeugte mit mehreren starken Paraden. Neben dem gehaltenen Elfmeter gegen Schick entschärfte er auch Chancen von Exequiel Palacios (8.), Ibrahim Maza (22.) und Malik Tillman (45.). In der Nachspielzeit verhinderte er zudem mit einer weiteren starken Aktion gegen Alejandro Grimaldo den möglichen Leverkusener Siegtreffer. Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes saß zum Saisonabschluss nur auf der Bank.
Auch der HSV zeigte trotz einiger personeller Veränderungen eine ordentliche Leistung. Bereits in der 17. Minute hatte Nicolas Capaldo die Möglichkeit zur Gästeführung.
Nach dem Seitenwechsel zeigte dann auch Leverkusens Torwart Mark Flekken sein Können, als er zunächst einen Abschluss von Vieira stark abwehrte. Wenige Minuten später war er beim präzisen Schlenzer des Hamburgers ins lange Eck jedoch chancenlos. Bayer kam durch das eher glückliche Tor nach einer Standardsituation noch zurück, mehr als der Ausgleich war für die Gastgeber aber nicht mehr drin.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion