Fußball

100%-Votum für Kern: Diese Ansage zur Regionalliga sitzt

BFV bestätigt Kern ohne Gegenstimme bis 2030. Jubel fürs Millionenprojekt – und ein heikles Streitthema kocht weiter.

10.05.2026, 10:44 Uhr

Kern bleibt bis 2030 Präsident des BFV

Beim 27. Ordentlichen Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes in Bad Gögging haben die Delegierten auf Beständigkeit gesetzt: Christoph Kern wurde für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Der 43-jährige Jurist erhielt bei der Wahl ohne Gegenkandidaten die volle Zustimmung und bedankte sich anschließend für das Vertrauen der rund 250 Anwesenden.

Bereits 2022 war Kern in Bad Gögging an die Spitze des Verbandes gewählt worden. Damals trat er die Nachfolge von Rainer Koch an, der nach 18 Jahren nicht noch einmal kandidierte. In der 80-jährigen Geschichte des BFV ist Kern erst der siebte Präsident. Mit rund 1,8 Millionen Mitgliedern in etwa 4.500 Vereinen ist der BFV der größte Landesverband im Deutschen Fußball-Bund.

Lob aus Politik und DFB

Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann hob in seiner Rede die große Bedeutung des Fußballs im Freistaat hervor. Bayern sei ein Fußballland, auf das man stolz sein könne, sagte er.

Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf reiste zum Verbandstag an und würdigte die Arbeit des Verbandes. Besonders beeindruckt zeigte er sich vom breiten ehrenamtlichen Engagement, das die Lebendigkeit des bayerischen Verbandes unterstreiche. Für einen heiteren Moment sorgte Neuendorf gleich zu Beginn, als er Kern augenzwinkernd korrigierte: Er sei kein Westfale, sondern Rheinländer.

Regionalliga-Reform bleibt Streitpunkt

Ein wichtiges Thema am Rande des Verbandstags war erneut die seit Jahren diskutierte Reform der Regionalliga. Kern machte deutlich, dass Bayern keine vorschnelle Lösung akzeptieren will. Es gehe darum, eine tragfähige und langfristig sinnvolle Regelung zu finden, nicht um einen schnellen Kompromiss.

Bernd Neuendorf
Auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf kam zum Verbandstag des größten Landesverbandes im Deutschen Fußball-Bund und hielt eine Rede. (Archivbild) Quelle: Florian Wiegand/dpa

Hintergrund ist die bekannte Problematik, dass es derzeit fünf Regionalligen, aber nur vier Aufstiegsplätze in die 3. Liga gibt. Neuendorf betonte, dass der Reformbedarf unbestritten sei und Meister aufsteigen müssten. Zugleich ließ er erkennen, dass nicht jede Wortmeldung aus Bayern im DFB auf Begeisterung gestoßen sei. Dennoch funktioniere die Zusammenarbeit im Kern gut, sagte er mit einem Wortspiel, das im Saal für Schmunzeln sorgte.

Zur Debatte stehen mehrere Modelle, darunter eine künftig viergleisige Regionalliga. In einer möglichen Regionalvariante würden die Staffeln Nord, Nordost und Bayern neu zugeschnitten. Kern stellte klar, dass sich der BFV bei dieser Frage nicht von außen unter Zeitdruck setzen lassen werde.

Präsidium bestätigt und erweitert

Viel Zuspruch erhielt auch das Bauprojekt „Brienner Gärten“ in München. Der rund 40 Millionen Euro teure Neubau im Umfeld des BFV-„Hauses des Fußballs“ wurde termingerecht und im vorgesehenen Kostenrahmen umgesetzt. Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, der ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurde, sprach von einer erfolgreichen Punktlandung.

Neu in das Präsidium gewählt wurde Thomas Graml aus Regensburg als Vizepräsident. Im Amt bestätigt wurden die Vizepräsidentinnen Silke Raml und Inge Pirner sowie die Vizepräsidenten Robert Schraudner und Jürgen Pfau. Auch BFV-Ehrenpräsident Rainer Koch verfolgte die Beratungen an beiden Tagen aufmerksam.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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