Antonelli bleibt das Maß der Dinge
Kimi Antonelli setzt seine starke Saison in der Formel 1 auch in Silverstone fort. Der WM-Spitzenreiter sicherte sich für den Großen Preis von Großbritannien die Pole Position und drehte auf dem Silverstone Circuit in 1:28,111 Minuten die schnellste Runde. Charles Leclerc im Ferrari folgte mit 0,175 Sekunden Rückstand auf Rang zwei.
Für den erst 19 Jahre alten Italiener war es bereits die fünfte Pole in dieser Saison. Mercedes bleibt damit im Qualifying 2026 weiter makellos: Auch beim neunten Rennen des Jahres stand wieder ein Silberpfeil ganz vorne.
Ärger vor dem Finale, perfekte Runde am Ende
Vor dem entscheidenden Versuch war Antonelli noch genervt, weil er im letzten Qualifying-Abschnitt als Erster auf die Strecke musste. Danach überwog aber die Zufriedenheit. Seine Schlussrunde sei sehr sauber gewesen, erklärte er, obwohl die Bedingungen wegen des Windes schwierig gewesen seien.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff lobte seinen Fahrer anschließend deutlich und sprach davon, dass Antonelli auf eine Runde erneut in einer eigenen Liga unterwegs gewesen sei.
Ferrari sitzt direkt im Nacken
Hinter Antonelli überzeugte Ferrari mit einer starken Vorstellung. Lewis Hamilton belegte im zweiten Ferrari Rang drei und hatte 0,347 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit. Der Rekordsieger von Silverstone hat den Heim-Grand-Prix bereits neunmal gewonnen.
Antonelli erwartet deshalb im Rennen am Sonntag (16.00 Uhr/Sky) erhebliche Gegenwehr. Direkt hinter ihm stehen beide Ferrari, die aus seiner Sicht alles daran setzen werden, gemeinsam Druck zu machen. Der Mercedes-Pilot will zugleich eine kleine Durststrecke von zwei Grand Prix ohne Sieg beenden.
Auch Sprint ging an Antonelli
Schon vor dem Qualifying hatte Antonelli in Silverstone ein Ausrufezeichen gesetzt. Im Sprint zog er in der achten von 17 Runden an Hamilton vorbei und feierte mit 2,7 Sekunden Vorsprung seinen ersten Sprint-Sieg in der Formel 1.
McLaren konnte dabei nicht mithalten: Lando Norris kam als Dritter ins Ziel und lag 9,7 Sekunden hinter Antonelli.
Russell mit Schreckmoment, am Ende Platz vier
Im Mercedes-Lager sorgte George Russell zunächst für einen kurzen Schreckmoment. In der ersten K.-o.-Runde rutschte der Brite in Kurve sieben ins Kiesbett und streifte leicht die Begrenzung. Trotzdem brachte er sein Auto selbst zurück an die Box und schaffte später noch den Sprung in den letzten Qualifying-Abschnitt.
Vor dem Finale wechselte Russell sogar noch die Sitzschale. Mehr als Startplatz vier war danach aber nicht drin.
Hülkenberg nur 13., Bortoleto vor ihm
Aus deutscher Sicht verlief das Qualifying enttäuschend. Nico Hülkenberg verpasste die Top Ten und kam wie schon im Sprint nicht über Platz 13 hinaus. Zudem musste sich der Audi-Pilot seinem brasilianischen Teamkollegen Gabriel Bortoleto, der Elfter wurde, geschlagen geben.
Verstappen hadert mit Red Bull
Für Max Verstappen lief das Silverstone-Wochenende ebenfalls nicht nach Wunsch. Im Sprint wurde der Niederländer nur Sechster und beklagte anschließend das fehlende Tempo seines Autos.
Auch im Qualifying hatte der Red-Bull-Star Probleme. Über Funk klagte Verstappen über ein ungewöhnliches Motorverhalten und sprach im zweiten Abschnitt sogar von einem „Desaster“. Am Ende blieb für ihn nur Startplatz sieben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber